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World Cup-Cakes 2014: Cantuccini (Italien)


Mensch, da hatte ich am Samstag doch glatt mal Puls. Huiuiuiuiui. Das könnt ihr mit mir doch net machen, denkt an mein Herz. Das ist so viel Blutdruck doch gar nicht gewöhnt (Hintergrundinformation: Ich hab Hypotonie, also wirklich viel zu tun hat die alte Pumpe nicht). Also dass einem da nix geboten wurde, darüber kann sich nun wirklich keiner beklagen, und am Ende liegt da noch ein blutender Müller uffm Rasen, herrje. Das machen wir am Donnerstag aber anders, okay? Vor allen Dingen so ohne Gegentore und so. Fänd ich voll doll toll.

Ach so, und an den Nachbarn mit der Vuvuzela: Meine Rache wird grausam sein.

Na gut, dann heute wohl Italien, wa? Ich bin ja großer Fan der italienischen Küche. Hach, das ganze schöne Gemüse, der Käse, die Pasta, das Risotto! Von den Kräutern fang ich gar nicht erst an.

Nur deren abartige Besessenheit mit Amaretto, dit kann ich nicht nachvollziehen. Und dass sie alles in Olivenöl ertränken müssen. Mit beidem kannst mich ja jagen. Aber nun gut, jedem das seine.

Wie dem auch sei, natürlich bekommen auch unsere Freunde von der Pizzafront ein Leckerli aus Tante Annas Küche. Ich bin ja nicht so. Wer so schön kocht, der bekommt auch was zum in-den-Kaffee-stippen.

Und zwar Cantuccini.

Kuckuck!

Kuckuck!

Ihr wisst schon, diese knallharten Knusperdinger mit den Mandeln drin. Nennt man auch Biscotti di Prato, by the way, wobei Biscotti für „zweimal gebacken“ steht. Jaha, ein italienischer Zwieback quasi. Hier könnt ihr was lernen!

Da! Mandeln! (Und Eier)

Da! Mandeln! (Und ein Ei)

Gleich vorweg: Ich bin von dem Rezept schwer beeindruckt, die Dinger schmecken besser als gekauft. Ich rate euch nur, unbedingt Ober- und Unterhitze zu verwenden, wenn vorhanden. Mit meinem Gasofen war das doch ein etwas abenteuerlicher Backprozess, aber dazu später mehr. Außerdem benötigt ihr ein wirklich scharfes Messer. Also scharf scharf. Dann sollte aber eigentlich nichts schief gehen können, die Teile sind nämlich erstaunlich leicht zu backen. Hier bekommt man viel Bumm für wenig Aufwand.

 

So sieht das dann am Ende aus.

So sieht das dann am Ende aus.

Cantuccini

(Rezept von hier: http://www.chefkoch.de/rezepte/29141007476938/Cantuccini.html)

Zutaten:

–          175 gr Mandeln, ganz

–          250 gr Mehl

–          180 gr Zucker, weiß

–          1 TL Backpulver

–          2 Pkt. Vanille-Zucker (hatte ich nicht mehr da, dafür musste dann Zimt herhalten)

–          ½ Flasche Bittermandelöl (hab ich weggelassen, weil ich’s furchtbar finde)

–          1 Prise Salz

–          25 gr weiche Butter

–          2 Eier, Raumtemperatur

Prunus dulcis

Prunus dulcis

Wer mag, kann jetzt zuerst die Mandeln häuten: Ganz kurz in kochendes Wasser schütten, in ein Sieb geben und kalt abspülen. Dann in ein Handtuch packen und rubbeln, was das Zeug hält. Anschließend ausbreiten und am besten über Nacht trocknen lassen. Man kann auch gleich abgezogene Mandeln kaufen. Oder sich diesen Schritt einfach sparen, so wie ich das getan habe.

Wem Mandelhäutchen also nix ausmachen, der steigt jetzt hier mit ein: Einfach alles, außer den Mandeln, in eine Schüssel geben und kneten. Ja, der Teig wird klebrig. Das muss so, bitte kein Mehl mehr zugeben. Zum Schluss die Mandeln unterkneten. Wie gesagt, ist ne klebrige Angelegenheit.

So sollte der Teig dann aussehen.

So sollte der Teig dann aussehen.

Diesen Teig dann im Kühlschrank ca. 30 Minuten frieren lassen.

Danach halbieren und zwei flache Rollen formen.

So etwa. Hier könnt ihr auch ruhig noch etwas Mehl zuhilfe nehmen.

So etwa. Hier könnt ihr auch ruhig noch etwas Mehl zuhilfe nehmen.

Diese dann auf ein Backblech (natürlich mit Backpapier) legen, etwas Abstand lassen, und bei 200°C (vorgeheizt) 15 Minuten backen. Nein, die sind noch nicht durch, das ist schon richtig so.

Sie gehen etwas in die Breite.

Sie gehen etwas in die Breite.

Aus dem Ofen nehmen, etwas abkühlen lassen und dann vorsichtig und mit einem sehr scharfen Messer in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden.

Hier sieht man schön, dass der Teig noch nicht ganz durch ist.

Hier sieht man schön, dass der Teig noch nicht ganz durch ist.

Das Messer dabei zwischendurch immer mal wieder mit nem Handtuch abwischen, damit kein Teig dran klebt.

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Diese Scheiben dann mit der Schnittfläche nach oben drehen und erneut 10 – 15 Minuten rösten. Und hier wird’s abenteuerlich.

Bei mir sah der Backvorgang nämlich folgendermaßen aus:

20 Minuten bei 200°C, dann in Scheiben schneiden.

Weitere 15 Minuten bei 200°C. Nein, noch nicht durch.

10 Minuten bei 180°C. Immer noch leicht roh von oben. Also wenden und nochmal

15 Minuten bei 180°C.

Ende gut, alles gut.

Ende gut, alles gut.

Ich geb zu, das war dann wohl eher eine Folge aus „Experimentelles Backen“ und vermutlich meinem Gasofen geschuldet, aber dem Ergebnis schadet das nix. Wie lange auch immer ihr braucht: Die Cantuccini sind fertig, wenn sie trocken, ziemlich hart und goldbraun sind. Bei Auskühlen werden sie dann nochmal etwas härter.

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Wie schon gesagt, ich hatte keine Vanille mehr im Haus (Sakrileg!), also hab ich Zimt genommen, was zwar nicht mehr original, aber lecker ist. Und Bittermandelaroma mag ich einfach nicht.

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Ansonsten: Ihr werdet nie wieder Cantuccini kaufen, das versprech ich euch. Außerdem lohnt es sich durchaus, gleich das doppelte Rezept zu machen. Das ist dann zwar n bisschen zeitraubend, aber durch das zweimalige Backen halten die Dinger sich dann ewig. Unbedingt luftdicht aufbewahren, sonst werden sie weich. Und ihr habt dann immer einen kleinen Vorrat „hausgemachter Cantuccini“ da, die ihr aus dem Ärmel zaubern könnt. Wie cool ist das denn?

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