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Windbeutel (Grundrezept Brandteig)


Sagt mal, is dit bei euch auch so grau?

Und nass?

Also, ich mein – das nenn ich mal nen Herbsttag heute, aber bilderbuchmäßig. Einen von der grauen Sorte zwar und nix mit golden und sowas, aber da hat Petrus heut mal sauber abgeliefert.

Inklusive wird-das-heut-noch-mal-hell? und regnet-es-immer-noch-oder-schon-wieder?

Okay, mir kannst mit sowas ja nen Gefallen tun, auf sowas steht Mama ja, aber ich hör schon wieder das Geschimpfe dieser Großstadtpiraten da draußen. Pah. Et jibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Klamotten. Außerdem macht so ein Spaziergang doch eh erst richtig Spaß, wenn man anschließend durchgepustet und abgekühlt unter die heiße Dusche hüpfen kann. Und der Rum im Tee hat jetzt endlich seine Berechtigung.

Und dazu verspeisen wir luftig-knusprige

Windbeutel

(Originalrezept gibt’s hier, ich hab lediglich nur die Hälfte gemacht)

Zutaten für 6 Stück:

  • 125ml Wasser
  • 1 Prise Salz
  • 25gr Margarine
  • 75gr Mehl
  • 4 Eier

Den Ofen bitte auf 225°C vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Wasser, Salz und Fett in einen Topf geben und zum Kochen bringen.

Von der Herdplatte ziehen, das Mehl in einem Schwung hineinschütten (sieben könnt ihr euch heute schenken), wieder auf die Herdplatte stellen und solange rühren, bis sich ein glatter, glänzender Klumpen gebildet hat und der Topfboden mit einem weißen Belag bedeckt ist (siehe Foto). Obacht – das geht schneller, als man denkt.

Okay, hat n bisschen was von nem Alien-Embryo...

Okay, hat n bisschen was von nem Alien-Embryo…

Bezüglich des Belages – keine Panik, ihr versaut euch nicht den Topf damit. Ich hab meinen in den Geschirrspüler gegeben und danach war der wieder sauber, als wär nie wat gewesen.

Da. Das ist der Belag.

Da. Das ist der Belag.

Diesen Vorgang nennt man übrigens abbrennen. Dadurch verkleistern Mehleiweiß und Stärke bzw. Gluten, was später dann dafür sorgt, dass der Teig im Ofen so aufgeht. Das verdampfende Wasser aus dem Teig kann nämlich nicht durch den Kleister durch und bläht die Windbeutel auf (Stichwort Wasserdampf).

Den Kloß ein wenig abkühlen lassen und anschließend die Eier hinzufügen. Unterrühren. Und wieder keine Panik bekommen. Ich war nämlich anfangs überaus skeptisch – nach der Eizugabe wurde der Teig aber sowas von flüssig, ich hab mir nicht vorstellen können, dass das was werden soll.

Aber – weiterrühren hilft, nach zwei, drei Minuten wurde da ein wunderschöner Teig draus. Zwar immer noch weich und klebrig, mehr wie ein zäher Kuchenteig, aber durchaus annehmbar.

So sähe das dann aus.

So sähe das dann aus.

Diesen Teig setzt ihr jetzt portionsweise auf euer Backblech (Leute, die nicht so faul sind wie ich, füllen ihn in einen Spritzbeutel mit Sterntülle und fabrizieren hübsche Häufchen), schiebt dieses in den Ofen und backt eure Windbeutel für ca. 35 Minuten.

Unbedingt Platz lassen - man breitet sich noch aus!

Unbedingt Platz lassen – man breitet sich noch aus!

Während dieser Zeit den Backofen auf gar keinen Fall öffnen!!

Sonst fällt euch der ganze Kladderadatsch wieder zusammen.

Ansonsten sehen sie dann so aus

Ansonsten sehen sie dann so aus

Am besten noch warm aufschneiden (geht mit einer Schere ganz wunderbar), auskühlen lassen und nach Wunsch füllen.

Puff!

Puff!

Und weil ich so eine supermegairretolle Ehefrau bin, gab’s für meinen Schatz an diesem Abend ein kleines, feines Dessert aus Windbeutel, gefüllt mit Karamellcreme, in Butter gebratenen Birnenspalten, getoppt mit Salzkaramellsoße.

Jaja, so bin ich.

Fazit:

Meine ersten Windbeutel und sie sind toll geworden! Ach was, toll – perfekt!

Brandteig war ja nun Neuland für mich und ich stand diesem ganzen Abbrenn-Gedöns etwas skeptisch gegenüber, aber wat soll ick sagen?

Super einfach.

Super schnell.

Und super Ergebnis.

Ich mein, kuckt doch mal, wie schön luftig die Dinger geworden sind:

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Total hohl von innen (wie so n AfD-ler).

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Kannste füllen, wie du lustig bist.

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Klassisch ist ja Schlagsahne und Kirschen, aber Schatzi mag keine Sahne. Also eben Karamellcreme, aber jegliche Art von Mousse eignet sich genauso gut. Ihr könnt eure Sahne auch aromatisieren wie ihr wollt – Zimt, Vanille, Kakao, gemahlene Haselnüsse (wenn ihr welche findet)…

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Auch in Bezug auf die Früchte bleiben wir shakespearianisch – Wie es euch gefällt. Und oben drauf kommt so ein Schlückchen Cremelikör bestimmt auch ganz gut…

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Oder bei euch steht demnächst ne Party an? Herzhaft gefüllt (Käsecreme? Räucherlachsmousse?) passen die Windbeutel auch schön aufs Buffet.

Mit anderen Worten: Ich bin begeistert, die Dinger sind perfekt, fünf von fünf Küchenkatzen.

 

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