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White Chocolate Mud Cake


Meine Katze ist kriminell.

Doch, ich muss den Tatsachen ins Auge sehen – das kleine Miststück ist eine Gesetzesbrecherin.

Und dann noch nicht mal irgendwas Cooles, so wie… öhm… Superschurke mit Weltherrschaftsambitionen, oder Raubritter, oder Staatsoberhaupt.

Nö.

Madame ist eine ganz schnöde, gewöhnliche… Diebin.

N kleiner Langfinger… äh, -kralle. Eine diebische Elster. Ein Stiebitz.

Da lieg ich gaaaaaaaaaaaaaanz friedlich in meinem weichen, warmen Bettchen, noch hab ich das eine oder andere Stündchen, bevor ich aufstehen muss, herrlich. Die Matratze ist gerade eben perfekt warm gepupst, draußen isses auch noch wunderbar ruhig, die Raumtemperatur ist auf „Wohlfühlen“ eingestellt und ich räkel mich so ganz wohlig nochmal in die Decke rein. Kein Grund, so richtig aufzuwachen.

Da zupft es auf einmal an meinem Arm.

Ihr kennt das vielleicht auch – einen Arm oder ein Bein lässt man immer draußen, zwecks Temperaturregelung. Und an eben jenem Arm zupfte es. Zupf, zupf.

Da versucht diese kleine Ratte doch glatt, mir mein Armband vom Handgelenk weg zu klauen!

Dreist is sie ja, das muss man ihr lassen. Und gar nicht mal so blöd, erstmal schön warten, bis die Alte schläft und wehrlos ist. So im Halbschlaf checkt die das doch gar nicht. Da läuftet auf den Nervenbahnen noch net so fix.

Aber nicht nur auf Armbänder hat sie’s abgesehen, auch Haargummis stehen hoch im Kurs. Die darfst du hier nicht unbeobachtet rumliegen lassen. Und meine Ringe mopst sie auch sehr gern.

Im Ernst, das Vieh ist zu blöd, eine Spinne zu jagen, und was sie mit rohem Fleisch, das nicht aus der Dose kommt, anfangen soll, weiße auch nich, aber die Kronjuwelen, die würde die ohne weiteres entwenden können. Fort Knox? Kein Problem. Versteh einer meine Katzen.

Jedenfalls – da ich schon mal wach war, konnt ich ja auch gleich backen, wa?

White Chocolate Mud Cake

  • 200gr weiße Schokolade, gehackt
  • 200gr Butter
  • 240ml Milch
  • 1 Prise Salz
  • 120gr Zucker, weiß
  • 2 TL Vanilleextrakt
  • 2 Eier
  • 200gr Mehl
  • 2 TL Backpulver

Den Ofen auf 160°C vorheizen, eine Brownieform gut einfetten und mit Mehl ausstäuben.

Die Schokolade mit der Butter schmelzen.

Zucker, Vanille, Salz und Eier schön schaumig schlagen, dann die Schokoladenmischung hinzufügen und alles gut verrühren.

Mehl mit Backpulver sieben und zusammen mit der Milch zügig und kurz unterrühren.

Den Teig (ja, ist ziemlich flüssig) in die Form gießen und ca. 60 Minuten backen. Am besten nach ner Dreiviertelstunde immer mal alle 10 Minuten ne Stäbchenprobe machen – wenn das Stäbchen gerade so eben trocken aus der Mitter herauskommt, ist der Kuchen fertig. Ein paar feuchte Krümelchen dürfen noch dran hängen, nur halt kein roher Teig mehr.

Unbedingt in der Form auskühlen lassen, sonst fällt euch dieses zarte Gehopse auseinander.

Zeit für die Ganache und Topping:

  • 200gr weiße Schokolade
  • 150gr Creme Fraiche
  • 200gr Johannisbeeren, rot

Die Schokolade schmelzen, Creme Fraiche unterrühren, fertig.

Diese Creme auf dem kalten Kuchen verteilen und mit Johannisbeeren toppen.

Tadaa.

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Fazit:

Wenn meine Katze schlau wäre, würde sie diese Dinger klauen und keine blöden Armbänder.

Süß, saftig, vanillig, zart-schmelzend auf der Zunge, sahnige Creme und säuerliche Beeren? Perfekt.

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Der Kuchen an sich ist dabei eher süß-vanillig im Geschmack, aber nicht zu zuckrig. Deshalb die Zuckermenge bitte auch nicht erhöhen – weiße Schokolade ist an sich schon sehr süß!

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Die Konsistenz ist wahnsinnig homogen, schön feinporig, sehr zart, und wenn man den richtigen Moment abpasst, das Ding ausm Ofen zu holen, auch gerade richtig zwischen saftig-feucht und klebrig-matschig. Da also ein bisschen aufpassen.

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Die Ganache besticht durch die ganz leicht säuerlich-frische Note, die der Creme fraiche zu verdanken ist und auch nicht gegen Butter oder Sahne ausgetauscht werden sollte: Die vanillige Süße braucht diesen frischen Gegenspieler, um nicht in die Muffigkeit abzurutschen.

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Aus diesem Grund sollte auch nicht auf die Beeren verzichtet werden – gerade die machen aus einem normalen, leckeren Kuchen etwas Besonderes.

Wer keine Johannisbeeren mag – alle anderen Früchte gehen im Grunde auch, Hauptsache, nicht zu süß und mild und sie schmecken euch zu weißer Schokolade.

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Alles in allem ein herrlich saftiger Kuchen, der ein bisschen an weiße Brownies erinnert, aber ohne die typische Klebrigkeit. Wird sicher nochmal gebacken.

Fünf von fünf Küchenkatzen.

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