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Weihnachten 2014: Trüffelvariationen 1


Schnee in Berlin, ich wiederhole:

Schnee in Berlin!

Verständigt die Presse, alarmiert das Militär, weckt die Kanzlerin!

Ist der Papst informiert?

Und was sagt eigentlich Helene Fischer dazu?

Schnee in Berlin!

Blöd nur, dass ich nicht in Berlin bin. War ja klar.

Aber frieren tut’s hier heute auch, so is ja nicht. Kaum ist Weihnachten (so gut wie) vorbei, kommt der Winter. Der ist offensichtlich kein Deutscher, sonst wär er pünktlich. Ich warte auf den AfD-Antrag zur Abschaffung des Winters. Kein Schnee zu Heiligabend ist ja schließlich auch eine große Sorge innerhalb der Bevölkerung. Das muss man ernst nehmen.

Wie dem auch sei: Und? Gut über die Feiertage gekommen bis jetzt? Alle Gänse / Enten / Würstchen / Braten / Kartoffelsalate / undwasweißich vernichtet? Die Schlacht unterm Baum überlebt? Hat sich auch niemand aus Versehen am Geschenkband aufgehängt?

Dann is ja jut.

Nur das mit dem Bravsein, das kauf ich euch net ab. Vergesst es.

Ich muss gestehen – heuer war vermutlich das faulste Weihnachtsfest meiner Laufbahn. Abgesehen vom üblichen Heiligabend-Zauber mit Braten, Bescherung, Konversation und Konsorten waren meine Hauptaktivitäten eigentlich Nichtstun, faul Rumliegen, gelegentlich unterbrochen von gemütlichem Herumlungern. So tiefenentspannt war ich schon seit Monaten nicht mehr. Halleluja!

Ham wa uns aber auch verdient, wa?

Und ich ja sowieso, den Großteil des Dezembers hab ich schließlich in der Küche verbracht. Man muss nämlich wissen: Mit mir verwandt zu sein ist ein großes Glück. Da bekommt man dann zu Weihnachten meistens ne leckere Kleinigkeit aus der Küche. Oder auch einen ganzen Korb davon. Und deshalb präsentiere ich Ihnen voller Stolz den Weihnachts-Master-Blogpost 2014!

(in mehreren Teilen)

Wir beginnen mit dem

Trüffelbericht

Bitterschokoladen-Orangen-Trüffel:

Zunächst einmal:

  • 275gr Bitterschokolade, 70% Kakao
  • ½ Vanilleschote, das Mark
  • 100ml Schlagsahne
  • 2 – 3 Orangen, unbehandelt, die Schale davon
  • Kakaopulver zum Wälzen

Bitte verwendet hier wirklich gute Schokolade. Ihr tut euch keinen Gefallen, wenn ihr zur billigen Discounter-Hausmarke greift. Eure Trüffel stehen und fallen mit der Qualität der Zutaten, von daher hier bitte große Sorgfalt walten lassen.

Außerdem: Dreht mal die Heizung in eurer Küche aus. Trüffel mögens kühl.

Und dann hacken wir die Schokolade, packen sie in ein Wasserbad und lassen sie bei geringer Hitze schmelzen.

Die Sahne wird mit dem Vanillemark (auch hier: bitte kein billiges Aroma nehmen) erwärmt, aber nicht gekocht. Anschließend kommen Kokosfett und Orangenschale hinzu.

Die Menge der Orangenschalte richtet sich danach, wie intensiv ihr das Aroma wollt. Ich persönlich empfehle schon drei Orangen zu verwenden. Und wer hat: An dieser Stelle kann man auch noch 2 EL Orangenlikör hinzufügen.

Jetzt noch die Schokolade unterrühren, bis ihr eine homogene Masse habt und bei Raumtemperatur über Nacht abkühlen lassen. Keine Sorge, das wird wirklich fest.

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Am nächsten Tag mit kalten Pfoten kleine Kugeln rollen (bei mir waren die 10gr schwer) und in Kakaopulver wälzen (kein Getränkepulver).

Alternativ kann man die Masse vorm Abkühlen auch in Silikonpralinenförmchen gießen und erkalten lassen.

Et voila.

Ick werd zum Trüffelschwein.

Ick werd zum Trüffelschwein.

Trüffelbericht, Teil 2

Frischkäse-Pralinen in zwei Varianten.

Vollmilch-Zimt:

  • 200gr Schokolade, Vollmilch
  • 200gr Frischkäse (fettreduziert funktioniert auch)
  • 4 EL Puderzucker
  • ½ TL Vanilleextrakt
  • 2 TL Zimtpulver
  • 300gr Vollmilchkuvertüre

Die Schokolade wieder im Wasserbad schmelzen und mit Frischkäse, Puderzucker, Vanille und Zimt gut verrühren. Im Kühlschrank über Nacht erkalten lassen.

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Am nächsten Tag mit kalten Händen 10gr schwere Kugeln formen und im Tiefkühlfach anfrieren lassen.

Die Kuvertüre hacken und VORSICHTIG bei NIEDRIGEN TEMPERATUREN überm Wasserbad schmelzen lassen. Freunde der Nacht, das ist wirklich wichtig – das Wasser darf nicht zu heiß sein, sonst sieht die Kuvertüre echt nicht hübsch aus. Weiße Schlieren und so. Ich persönlich koche immer Wasser im Wasserkocher, lass es etwas abkühlen, kippe es in einen Topf und häng da dann mein Schüsselchen mit der Schokolade rein. Dauert zwar ein wenig länger, ist aber sicherer. Und wer ein Thermometer sein eigen nennt: Vollmilchschokolade nicht wärmer werden lassen als 40°C – 42°C.

Die gefrorenen Trüffel jetzt in die Kuvertüre tauchen, ein bisschen schütteln und auf Backpapier fest werden lassen.

Tadaaa.

Ihr seht - ich bekomm das mit dem Temperieren auch nicht immer so toll hin.

Ihr seht – ich bekomm das mit dem Temperieren auch nicht immer so toll hin.

Vanille-Limette:

  • 200gr Schokolade, weiß
  • 100gr Frischkäse
  • 2 EL Puderzucker
  • 1 TL Vanillemark
  • 3 Limetten, unbehandelt, die Schale davon
  • 300gr Kuvertüre, weiß

Und wieder: Schokolade schmelzen lassen, mit Frischkäse, Puderzucker, Limettenschale und Vanille verrühren und im Kühlschrank über Nacht abkühlen lassen.

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Am nächsten Tag mit kalten Händen Kugeln formen (10gr) und im Tiefkühlfach anfrieren lassen. Ich sag’s euch gleich – die weiße Trüffelmasse ist weicher als die Vollmilchvariante, lässt sich also ein bisschen schwieriger formen.

Weiße Kuvertüre VORSICHTIG bei NIEDRIGER TEMPERATUR überm Wasserbad schmelzen lassen (Temperatur der Schokolade nicht höher als 38°C) und die gefrosteten Trüffel damit überziehen.

Yay.

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Fazit:

Okay, direkt nach der Herstellung hab ich mir geschworen, nie wieder Schokolade anzufassen, aber seien wir ehrlich – das hat doch eh keiner geglaubt.

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Man saut sich halt beim Rollen ein wenig ein.

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Das Ergebnis rechtfertigt das allerdings, die Trüffel sind allesamt cremig, zartschmelzend, deliziös gar. Und wenn man es geschafft hat, die Kuvertüre richtig zu temperieren, dann hat der Überzug auch diesen netten Knack, unter dem sich dann die cremige Füllung verbirgt.

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Wenn das Temperieren nicht ganz so gut geklappt hat – nicht so wild. Sieht dann zwar nicht so hübsch aus, schmeckt aber genauso gut. Das ist auch Übungssache und braucht ein paar Versuche.

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Der Geschmack, naja, der hängt nunmal ganz von der Qualität der Zutaten ab. Aber wenn ihr da net geschlampt habt, dann sollte dem Genuss nichts im Wege stehen.

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Ich fasse also zusammen: Etwas aufwändiger, aber nicht sehr kompliziert, köstliches Ergebnis, und hey – selbstgemachte Trüffel schinden immer Eindruck, besonders, wenn sie so gut schmecken, wie diese hier.

Viereinhalb von fünf Küchenkatzen.

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