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Tarte au Chocolat


Sagt mal, isses bei euch auch November?

Herrje, im ersten Moment hat’s noch schönsten Oktober, gülden und mild, sonnig und so farbenprächtig, dass man zum ersten Mal versteht, wie die Menschen sich bei der Einführung des Farbfernsehens gefühlt haben müssen, und kaum drehste dich um – schwupps, November.

Gestern noch Kürbislaternen und Marshmallows in Geisterform, heute Adventskalender und Glühwein. Ging dat wieder schnell.

Der Baum hier vorm Fenster schmeißt auch grad seine Blätter ab, als gäb’s kein Morgen. Wat keine Miete zahlt, muss raus, wa? Sieht aber hübsch aus, so ein gelber Blätterschauer von Zeit zu Zeit.

Im Allgemeinen aber ist der elfte Monat des Jahres ja aber dann doch eher verpönt. Mag man meistens eher nicht so. Könnte an den ganzen Trauertagen liegen. Oder am nass-kalten fiesen Ekelwetter. Oder daran, dass nach den verschwenderisch-bunten, opulenten Blätterschauern dann leider nur kahle, schwarze Äste übrig bleiben, die sich in einen Himmel recken, der vorzugsweise die Farbe meiner Fußsohlen nach einem Trip durch den Keller annimmt.

Außerdem wird’s immer so früh dunkel.

Okay, ich persönlich find dat alles ja ganz wunderbar kuschelig. Gemütlich. Haaaaaaaaaach, ich liebe diese Zeit des Jahres.

Für alle anderen hab ich das hier:

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Na, ist das gut? Hilft immer, das wusste schon Professor Lupin. Noch ein Stück? Biddeschön:

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Doktor Anna empfiehlt, die Medizin auf der Couch unter einer warmen Decke einzunehmen, um optimale Wirkstoffverteilung zu gewährleisten.

Einen hab ich noch:

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Und wenn ihr noch was übrig lasst, dann backen wir daraus

Tarte au Chocolat

Zutaten für eine 26cm-Springform:

  • 100gr Zucker
  • 200gr Butter
  • 200gr Schokolade, dunkel
  • 4 Eier, getrennt
  • 1 gehäufter EL Mehl

Lasst uns zunächst ein Wort über die Zutaten verlieren, denn hier wird entschieden, ob ihr einer köstliche, zartschmelzende, cremige Tarte au Chocolat bekommt, oder ein süßes, pappiges Irgendwas, das vermutlich sogar der Mülleimer wieder ausspuckt:

Butter. Kommt gar nicht auf die Idee einer Idee, Margarine zu verwenden. Sorry, geht gar nicht. Glaubt mir, wenn ich euch sage – das schmeckt widerlich.

Und die Schokolade – auch, wenn ihr an und für sich mit Bitterschokolade nix anfangen könnt, und eher zu der Fraktion der Vollmilch-Liebhaber gehört: Tut euch das nicht an, nehmt bitte wirklich dunkle Schokolade. Ihr müsst ja nicht gleich zu der mit 80% Kakao greifen, aber 50% Minimum dürfen es schon sein. Mit Vollmilchschokolade wird das Ganze zu einer derart süßen Angelegenheit, dass die Zähne schon freiwillig rausfallen. Kannste nich essen. Und investiert bitte auch einen Euro mehr in etwas hochwertigere Schokolade. Muss ja nicht gleich Valrohna sein, aber auch nicht die Discounter-Hausmarke für 50 Cent.

Aber gut, fangen wir an:

Die Springform mit Backpapier auslegen und den Ofen auf 180°C vorheizen.

Butter und Schokolade bei milder Hitze schmelzen und ein wenig abkühlen lassen.

Das Eiweiß zu steifem Schnee schlagen, Eigelb und Zucker zu einer hellen, dicken Creme aufschlagen.

In diese Creme die Schokoladenbutter rühren und das Mehl zufügen. Ihr solltet eine komische, leicht zähe Masse haben.

Zum Schluss den Eischnee per Hand unterheben und den ziemlich dünnen Teig in die Form füllen. Der Versuchung widerstehen, die Masse schon jetzt aufzuschlabbern. Viel Glück dabei.

Ich hab's geschafft!

Ich hab’s geschafft!

Falls es doch noch etwas Teig in die Form geschafft hat – in den Ofen schieben und 30 – 35 Minuten backen.

Die Tarte ist fertig, wenn der Rand trocken schimmert, die Mitte aber noch feucht glänzt. Nein, nicht komplett durchbacken.

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Im Ofen ein bisserl auskühlen lassen, bei Zimmertemperatur komplett erkalten lassen. Die Tarte sinkt dabei signifikant in sich zusammen und der anfangs noch flüssige Kern wird fest.

Nach Wunsch mit Puderzucker oder Kakaopulver bestäuben und genießen.

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Fazit:

Öhm… ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.

Gott, ist die gut. Gott, ist die GUT!

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Klar, ein Bestseller-Rezept der klassischen französischen Küche, was willste da erwarten, aber JesusMariaUndJosef, diese Tarte ist gar köstlich.

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Mir persönlich schmeckt sie am besten direkt aus dem Kühlschrank, kühl und cremig-fest, aber das muss jeder selbst entscheiden. Warm und noch halb-flüssig ist sie nämlich auch ganz gut…

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Das Kakaopulver obendrauf muss man mögen, echter Kakao ist nunmal ein wenig bitter. Ich mag das sehr gerne, wer da nicht so drauf steht, greift zu ein wenig (!!!) Puderzucker oder lässt es einfach ganz sein.

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Diese Tarte kommt eh ganz gut alleine klar, da braucht’s keine Beigaben. Wer mag, serviert etwas ungesüßte Schlagsahne dazu, ein paar Tropfen Karamellsauce oder – wenn es mal dekadent sein darf – eine Kugel gutes (!!!!!) Vanilleeis. Ein paar Erdbeeren passen aber auch.

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Es ist auch möglich, dem Teig noch ein bisschen echte Vanille hinzuzufügen oder ihn mit abgeriebener Orangenschale zu parfümieren, ohne gleich in den Cuisine-Höllenschlund geschmissen zu werden, aber bitte vorsichtig dosieren und auf gute Qualität achten. Das ist wirklich, wirklich wichtig.

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Ansonsten – leicht zu machen, schnell fertig, wenige Zutaten, großartiges Ergebnis und idiotensicher ist das Rezept auch noch – fünf von fünf Küchenkatzen.

Und am Ende bleibt dann nur noch das hier:

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