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Spitzbuben


Ähm, huhu? Hallooooo? Jemand da?

Nein, nein, nicht erschrecken, ich bin’s nur, keeiiine Panik, alles cool, hiiiii.

Wie geht’s denn so?

Alles okay? Drückt nix, zwickt nix? Nervlich auch alles in Butter? Ja? Und die Familie? Ja, muss ja, ich weiß, aber was soll man machen. Hauptsache, alle sind gesund.

Also, ähm… ich weiß jetzt gar nicht, wie ich das sagen soll, ich will ja auch keinem Angst machen oder so. Nicht, dass hier gleich noch einer weint. Aber trotzdem müssen wir da mal drüber reden, hilft alles nix. Durch Schweigen löst sich das Problem leider nicht auf. Und besser, ein Ende mit Schrecken… ihr wisst ja.

Sitzt ihr? Hier, nimm schon mal die Decke… und magst du vielleicht den Teddy drücken? Der passt schon auf dich auf… okay. Ihr müsst jetzt stark sein. Ganz tapfer.

NUR NOCH ZWEI WOCHEN BIS HEILIGABEND!

Ergo – nur noch drei Wochen, dann is dit Jahr um. Aus. Vorbei. Hasta luego, 2014. Machet jut, altes Haus, komm nicht wieder.

Jessas. Wie konnte das denn nu schon wieder passieren? War nicht grad erst Ostern? Heieieieieieiei…

Zwei Wochen noch, dann jibbet wieder Würstchen und Kartoffelsalat, beschauliches „Stille Nacht“-Hören am Tannenbaum, man sucht die Katze zwischen Geschenkpapier und Schleifen und wundert sich nicht mehr darüber, dass Vaddi ne Gurke in den Baum hängt. Ich wünschte, ich könnte an dieser Stelle sagen, war nur n Witz.

Und kaum hat man sich durch Gänsebraten und Lebkuchen durchgekämpft, ohne ins Spekulatius-Koma zu fallen – beginnt der Silvester-Terror. Ja, Mama, ich weiß – du gehst wieder um zehn ins Bett. Wie jedes Jahr. Is klar.

Jaja, jetzt kommt’s wieder Knall auf Fall, ein Ereignis jagt das nächste, die To-Do-Liste wird und wird nicht kürzer, aber irgendwie isses ja auch schön und außerdem, keine Panik – in drei Wochen is alles vorbei.

Und bis dahin knabbern wir

Spitzbuben

Zutaten für… ne Menge:

  • 300gr Mehl
  • 200gr Speisestärke
  • 400gr Butter (bitte keine Margarine)
  • 1 Prise Salz
  • 150gr Puderzucker
  • 1 Beutel Bourbon-Vanille-Aroma
  • 2 Eigelb
  • Marmelade nach Wunsch

Wir starten mit einem handelsüblichen Mürbeteig:

Mehl, Stärke, kalte Butter, Salz, Puderzucker, Aroma und Eigelb (also bis auf die Marmelade alles) schön glatt verkneten. Ja, das geht, keine Sorge. Am Anfang habt ihr zwar einen furchtbaren Bröselberg da liegen, aber nur nicht verzagen. Immer schön weiterkneten und matschen, das wird wirklich ein ganz wunderbarer, geschmeidiger Teig.

An dieser Stelle bitte noch kein extra Mehl hinzufügen, auch wenn der Teig vielleicht ein wenig kleben sollte.

In Folie einwickeln und ne Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Ich rate davon ab, den Teig über Nacht kalt zu stellen, dann ist er nämlich am nächsten Tag steinhart.

Anschließend den Ofen auf 180°C vorheizen und den Teig ausrollen. Nicht zu dick, bitte. Und die Arbeitsfläche schön mit Mehl bestäuben.

Pro-Tip: Erstmal nur die Hälfte ausrollen und den Rest noch im Kühlschrank lassen.

Jetzt Kekse ausstechen. Hierbei ist darauf zu achten, dass ihr keine zu kleinen Formen nehmt und auch nix extrem verästeltes, filigranes. Herzen, Blüten, Kreise, Sterne eignen sich hier besonders gut.

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Die Kekse kommen aufs Backblech (mit Backpapier natürlich) und der Hälfte unserer Plätzchen-Rohlinge verpassen wir jetzt mit einer kleineren Form noch ein Loch in der Mitte. Oder auch drei, wie in meinem Fall (geht richtig gut mit dicken Strohhalmen).

Und dann – ab in den Ofen, für etwa 12 Minuten. Aufpassen, dass euch die Dinger nicht zu dunkel werden!

Vorsichtig vom Blech holen und auskühlen lassen. Obacht, die Dinger sind wirklich sehr zerbrechlich.

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Und dann wird gebastelt:

Auf jeden Keks ohne Loch kommt ein bisschen Marmelade (hier: Kirschglühwein-Konfitüre) und auf die Marmelade ein Keks mit Loch. Ganz vorsichtig festdrücken, aber aufpassen – extreme Bruchgefahr.

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Dann noch mit Puderzucker bestäuben et voila.

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Fazit:

Wenn ihr nicht gerade eine Großfamilie zu verköstigen habt – macht das halbe Rezept. Ich verspüre immer noch ein leichtes Gefühl der Verzweiflung, wenn ich mir diesen Keksberg anschaue… herrje.

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Immerhin sind die Dinger köstlich. So köstlich, dass ich sie in der Tat jedes Jahr backen muss. N Weihnachtsklassiker, quasi, bei uns schlicht nur noch „die geilen Kekse“ genannt.

Seeeeeeeeeeeeeeeeeeehr mürbe, seeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeehr zart, schön vanillig-buttrig und die Marmelade gibt dann noch so einen fruchtigen Touch.

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Im Ernst, die Kekse zergehen buchstäblich auf der Zunge, also auch wunderbar geeignet, um gebisstragende Senioren zu verwöhnen. Da bleibt sicher nix hängen. Und hübsch aussehen tun sie auch noch.

Bei der Füllung kann man variieren – nehmt halt die Marmelade, die ihr am liebsten mögt. Und wer mehr auf Schokolade steht: Nutella geht auch.

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In diesem Sinne: Fünf von fünf Küchenkatzen. Hier gibt es nichts zu verbessern.

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