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Schoko-Kürbis-Kuchen


Hallo.

Wie geht es euch? Mir geht es gut. Das Wetter ist gut, auch wenn es inzwischen kälter wird. Aber es ist nicht so schlimm. Die Katze kuschelt immer gerne auf meinen Beinen, dann merkt man gar nicht, wie kalt es ist.

Wir haben auch schon ganz viele Kastanien gesammelt und lustige Tiere daraus gebastelt. Es wird jetzt auch immer früher dunkel.

Okay, danke. Reicht. Ich hör ja schon auf mit dem Quatsch. Wobei, das mit der Katze stimmte. Ist wie ne 39°C-warme Wärmflasche mit Fellbezug und eingebauter Vibration. Durchaus angenehm.

Aber lasst uns doch mal über Kürbisse sprechen heute. Ist ja grad wieder Saison, und ich weiß nicht, wie viele von den Dingern ich inzwischen schon nach Hause geschleppt hab. Wenn sich bei meinem Konsum meine Haut langsam orange färben würde – mich tät’s nicht wundern. Okay, würde allerdings die Beantwortung der Frage nach meinem Halloween-Kostüm erleichtern. Hmmm…

Wie dem auch sei. Kürbis. Ich persönlich mag ja den Hokkaido sehr gern. Das ist dieser Genosse:

Noch ein wenig ungewaschen, der Gute...

Noch ein wenig ungewaschen, der Gute…

Der ist nicht so groß und man muss ihn vor allen Dingen nicht schälen. Und zum Backen ist er auch ideal.

So is dat schon besser

So is dat schon besser

Dazu müsst ihr ihn allerdings erst einmal hinterrücks brutal meucheln. So in etwa:

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Ja, das Leben ist grausam.

So sieht er dann von innen aus:

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Die Kerne kann man übrigens gut abwaschen, trocknen und dann rösten. Gar nicht mal so ungesund. Aber jetzt brauchen wir sie grad nicht.

Genauso hohl wie das Parteiprogramm der AfD - aber mit mehr Nährwert.

Genauso hohl wie das Parteiprogramm der AfD – aber mit mehr Nährwert.

Den ausgehöhlten Kollegen hacken wir dann in grobe Stücke, die kommen dann in einen Topf, ein bisschen Wasser (so ein bis zwei fingerbreit) dazu und dann ab auf den Herd und Feuer unterm Hintern.

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Obacht, der Kappes brennt gern mal an. Ist echt ätzend, den Topfboden dann wieder sauber zu bekommen, also aufpassen und die Hitze nicht zu hoch drehen.

Wenn der Kürbis dann weichgekocht ist (dauert so 20 bis 30 Minuten), mit offenem Deckel abkühlen lassen (dabei verdampft überschüssige Flüssigkeit… man könnte auch sagen, sie ist <Sonnenbrille auf>… überflüssig) und anschließend kräftig pürieren.

Tadaa, homemade Kürbismus.

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Schmeckt so pur schon ziemlich gut, man kann das jetzt auch mit Salz, Pfeffer, Muskat würzen und wie Kartoffelbrei essen, man kann es süßen und wie Apfelmus behandeln, oder man nimmt es als Basis für Kürbissuppen.

Oder man backt eine

Kürbis-Schoko-Torte mit Zartbitterglasur

(aus Lisa Kochen&Backen, „Sweet Dreams“ 3/2014)

Zutaten:

  • 115ml Buttermilch
  • 200gr Kürbispüree
  • 2 TL Vanillepulver
  • 170gr weiche Butter
  • 225gr weißer Zucker
  • 225gr brauner Zucker ODER
  • Insgesamt 200gr weißen Zucker (reicht völlig)
  • 3 Eier
  • 1 Eigelb
  • 180gr Mehl
  • 75gr Kakaopulver
  • 2 TL Backpulver
  • 1 TL Natron
  • ½ TL Salz

Okay, zunächst einmal – ich habe keine Torte, sondern nur einen Kuchen gebacken. Heißt, statt (wie im Rezept angegeben) den Teig auf zwei 20cm-Springformen zu verteilen, habe ich ihn in meinem gusseisernen Schmortopf gebacken. Das Ding hat einen Durchmesser von etwa 25cm und eignet sich hervorragend als Backform.

Außerdem habe ich den Zucker drastisch reduziert.

So. Und nun heizen wir den Ofen auf 180°C vor und präparieren unsere Form/en. Also einfetten oder mit Backpapier auskleiden.

Wir mischen Mehl, Kakaopulver, Backpulver und Natron gründlich miteinander und stellen es beiseite.

Die Butter schlagen wir mit dem Zucker weißcremig auf und fügen dann nach und nach die Eier und das Eigelb hinzu. Aus dem übrig gebliebenen Eiweiß hab ich dann noch Royal Icing gemacht.

Zum Schluss noch Vanille und Salz untermischen.

Jetzt fügen wir das Kürbispüree hinzu, rühren gründlich und anschließend kommen die gesiebte Mehlmischung und die Buttermilch dazu. Kurz untermischen, nicht zu lange und heftig rühren.

In die Form geben und backen.

Ich habe den Kuchen etwa 60 Minuten im Ofen lassen müssen. Wenn man ihn auf zwei Springformen (20 cm) verteilt, dauert das Ganze laut Rezept 35 Minuten.

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Auskühlen lassen und mit folgendem Guss überziehen:

  • 1 EL Butter
  • 75gr Sahne
  • 100gr zartbitter Schokolade
  • 50ml Wasser
  • 50gr Puderzucker
  • 1 EL Crème Fraîche

Butter, Sahne und Schokolade sanft erhitzen, bis die Schokolade geschmolzen ist. Puderzucker und Wasser kurz aufköcheln lassen, Crème Fraîche unterrühren und zur Schokosahne geben.

Glattrühren.

Ein wenig abkühlen lassen, dadurch dickt die Glasur ein wenig ein und über den Kuchen kippen. Nach Belieben dekorieren.

Zum Beispiel mit bunten Zuckerperlen n_n

Zum Beispiel mit bunten Zuckerperlen n_n

Fazit:

Ein Kürbiskuchen, der nicht nach Kürbis schmeckt. Echt nicht. Macht aber auch nichts, es ist immer noch ein feiner, saftiger Schokokuchen.

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Einige Punkte hätte ich anzumerken:

Die Zuckermenge im Originalrezept scheint mir extrem hoch, besonders, wenn man bedenkt, dass man ja eigentlich zwei Böden backen und diese dann noch mit einem Frischkäse-Frosting füllen und umhüllen soll (und dann noch Schokoguss). Bei aller Liebe, aber für meinen Gaumen wäre das nichts. Von Zähnen und Blutzucker will ich gar nicht erst anfangen.

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Mit reduzierter Zuckermenge allerdings schmeckt der Kuchen sehr gut. Sehr schokoladig und wie schon gesagt – wahnsinnig saftig und cremig. Sehr feinporige Struktur.

Ein paar Schokostücke im Teig wären noch ne Idee gewesen, für’s nächste Mal merken.

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Die Glasur ist übrigens super – die läuft so richtig schön zäh runter und bekommt einen tollen, matten Glanz. Und brechen tut sie beim Schneiden natürlich auch nicht.

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Wer’s nicht ganz so bitter-schokoladig mag, sollte allerdings auf Vollmilch zurückgreifen. Oder besser noch, Edel-Vollmilch. Oder halt ein Frosting mit Frischkäse nehmen, das passt sicher auch ausgezeichnet.

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Wer also einen Kürbiskuchen mit Kürbisgeschmack sucht, der wird leider enttäuscht sein, wer aber einen saftigen Schokoladenkuchen möchte, der ist hier goldrichtig. Ein schlichter Kuchen, der gerade durch seine Einfachheit viele Möglichkeiten bietet, was die Gestaltung angeht – verschiedene Überzüge, Füllungen, Cremes… hier kann man sich austoben, wenn man will. Er schmeckt aber auch einfach so ziemlich überzeugend.

Dreieinhalb von fünf Küchenkatzen.

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