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Scheiterhaufen (aka. Ofenschlupfer)


Nääh, geht weg. Mama is maulig.

Ach Quatsch, ihr dürft natürlich bleiben, kommt her und lasst euch knuddeln!

Aber maulig bin ich trotzdem.

Da denk ich mir in meiner naiven Unschuld: Och, machste dem Schatz mal ein paar Zimtschnecken heut, dann hat er war leckeres zu knuspern heut Abend und was gibt es schöneres, als nach Hause zu kommen und die ganze Bude riecht nach Zimt und Butter und Hefe und Zucker…?

Ist ja an und für sich auch kein Aufwand. Also ab in die Küche, Mehl, Zucker, lauwarme Milch, Hefe, Eier, Butter zusammengeknetet (ist n super Workout für die Arme, Hefeteig muss nämlich GUT geknetet werden und ich hab keine Knethaken für meinen Mixer >_<), zurück in die Schüssel, zudecken und in einer warmen Ecke erstmal für ne Weile vergessen.

Soweit lief alles supi.

Später dann ausrollen, mit Butter bestreichen, mit Zimt und Zucker bestreuen, aufrollen, in Scheiben schneiden, aufs Backblech legen und backen.

Immer noch alles supi.

Währenddessen noch eben die Küche wieder aufräumen, die Katzen nerven, Tee kochen und in freudiger Erwartung den fantastischen Duft genießen.

Nope, immer noch kein Grund zur Klage.

Tja, und dann hol ich die Dinger aus dem Ofen und freu mich noch, weil, mal ehrlich, das sieht schon lecker aus, wa?

Fiese Verräter!

Fiese Verräter!

Sooooo hübsch sind die geworden.

Lasst euch nicht täuschen, die tun nur so!

Lasst euch nicht täuschen, die tun nur so!

So richtig schön golden und der Zucker karamellisiert… hach….

Buckelige Betrüger...

Buckelige Betrüger…

Und dann beiß ich in eine rein und muss feststellen, dass diese elenden Hunde trocken sind wie britischer Humor. Und nicht nur das, auch noch total hart und fest. Nix mit locker und fluffig und saftig. Trockene, harte Biester.

Naaaaaaaaa toll.

Jetzt hatte ich also nen Haufen missratener Zimtschnecken. Wegschmeißen kommt nicht in Frage, ich hasse es, Lebensmittel wegzuwerfen. Was also dann?

Die Rettung findet sich in der böhmischen Küche: Scheiterhaufen! Da steckt das Wort scheitern ja auch schon drin (grumpf).

Also bitte, Annas Beitrag zum Thema Resteverwertung:

Apfel-Scheiterhaufen

Zutaten:

–          Altbackenes / trockenes Hefeteiggebäck, Menge nach Bedarf (auch alte Brötchen etc.)

–          250 ml Milch

–          2 Eier

–          1 Prise Salz

–          50 gr Zucker

–          3 – 4 Äpfel (am besten schön mürbe)

–          Etwas Zimt

–          Nach Wunsch Muskatnuss, Ingwer und Piment

–          Evtl. Butter

Den Appel haben wir schonmal, fehlt nur noch das Ei

Den Appel haben wir schonmal, fehlt nur noch das Ei

Wir buttern unsere Auflaufform und heizen den Ofen auf 180°C vor.

Die Äpfel werden, wenn gewünscht, geschält, entkernt und in recht dünne Scheiben geschnitten. Das Hefegebäck wird ebenfalls zerkleinert.

Es war ein Massaker, ein Gemetzel, ein Blutbad!

Es war ein Massaker, ein Gemetzel, ein Blutbad!

Zur Menge des Gebäcks: Ich konnte fünf Hefeschnecken unterbringen, dafür hat die Milchmenge auch ausgereicht. Solltet ihr mehr Milch benötigen, dann bitte auch mehr Eier verwenden: 1 Ei pro 125ml zusätzlicher Milch.

Das haste jetzt davon...

Das haste jetzt davon…

Nun schichten wir: Gebäck, Apfel, Gebäck, Apfel, Gebäck, Apfel – so lange, bis einer weint oder nix mehr übrig ist. Mit Gebäck abschließen.

Pro-Tipp: Hier kann man auch gut noch Rosinen oder Nüsse mit reinschmuggeln.

Milch, Salz, Eier, Zucker, Zimt und eventuelle andere Gewürze gut miteinander verrühren – der Pürierstab ist hier euer Werkzeug der Wahl. Über die Apfel-Gebäck-Schichtung kippen, dabei darauf achten, dass alles schön vollgesogen ist.

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In den Ofen und 45 – 60 Minuten backen. Die Eiermilch sollte gestockt sein.

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Möglichst noch warm verspeisen (lässt sich aber auch in der Mikrowelle aufwärmen). Dazu servieren könnte man Vanillesoße, Schlagsahne oder, wer ganz dekadent ist – Vanille- oder Zimteis ;)

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Auch die Äpfel könnt ihr austauschen, mit Zwetschgen schmeckt das auch sehr gut.

So, und nun will ich nie wieder sehen, dass einer von euch alten Brötchen oder trockene Teilchen wegwirft.

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