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Salted Caramel Pound Cupcakes


Oh man.

Da setzt man sich nach getaner Arbeit nur mal kurz hin, will ne Tasse Kaffee schlürfen und nur mal kurz die neuesten Schlagzeilen überfliegen, und dann stolpert man über sowas:

Wollt ihr mich eigentlich verhohnepiepeln, liebe Bravo?

Herrje.

Da weiß ich ja gar nicht, wo ich anfangen soll… liebe Bravo, die 50er haben angerufen – sie wollen ihr misogynes Frauenbild zurück. Welches reaktionäre Muttersöhnchen hat denn den Mist verzapft? Ich bin ja echt gegen Gewalt und Zwang in der Kindererziehung, aber ich schwöre bei Gott, käme meine Tochter auch nur auf den Hauch des Gedankens, diese gequirlte Undsoweiter für bare Münze zu nehmen – ich würde sie dieses Schundblatt essen lassen.

Ohne Ketchup.

100 Tipps für junge Mädels, Jungs klarzumachen, oder besser: 100 Mal die Botschaft, sich um Himmels Willen unbedingt total dem Geschmack und den Vorlieben des Kerls anzupassen. Vergesst, was ihr mögt. Nur der Junge zählt. Verbiegt euch, soviel es nur geht. Und immer fein ihr selbst bleiben. Aber bitte – dabei immer schön süß und niedlich sein. Aber nicht kindisch. Total mysteriös. Aber offen und natürlich. Reif und erwachsen sollt ihr wirken. Aber immer schön lustig und lebensfroh sein.

Wenn ich das lese, frag ich mich ernsthaft, warum ich schon seit elf Jahren in einer Beziehung bin (sechs davon sogar verheiratet). Ich mein, ich trage kein Rouge, keinen Lipgloss, es ist mir sch$%egal, ob Typen bunten Nagellack nicht mögen, ich spreche nicht absichtlich tiefer, um sexy und mysteriös zu wirken, ich spiele nicht mit meinen Haarsträhnen rum, sobald ein männliches Wesen mich mit seiner Aufmerksamkeit beglückt, ich überkreuze beim Stehen nicht die Beine (Zitat: Diese Pose lieben Star-Girls), ich werde den Teufel tun und den Kerl nur von unten anschauen, um süß zu wirken, im Leben werd ich keinen pfirsich- oder orangefarbenen Schal tragen, weil der meine Wangen zum Leuchten bringt, ne Kunstpelzkapuze kommt mir auch nicht ins Haus… boah, ich könnt ewig so weiter machen.

Wat bin ick froh, nen richtigen Mann zu haben – dem ist sowas nämlich alles pupsegal.

Ja, da zickt meine innere Alice Schwarzer, ich kann nix dafür. Es tut mir aber auch nicht leid.

Wie dem auch sein, Kuchen hab ich heute natürlich auch noch:

Salted Caramel Pound Cupcakes

Zutaten für 12 Stück:

  • 160gr weiche Butter
  • 180gr brauner Zucker
  • 3 Eier
  • 200gr Mehl
  • ½ TL Backpulver
  • ½ TL Salz
  • 100ml Sahne
  • ½ TL Vanillearoma

Also – Papierförmchen ins Muffinblech und den Ofen auf 180°C vorheizen.

Mehl und Backpulver mischen und beiseite stellen.

Butter, Zucker, Salz und Vanille sehr schaumig rühren, dann die Eier einzeln hinzugeben. Immer erst eines komplett einrühren, bevor das nächste darf.

Mehl sieben und mit der Sahne kurz unterrühren.

Mit dem Eisportionierer jeweils eine Kugel Teig pro Mulde einfüllen und 20 – 25 Minuten backen.

In dieser Zeit den Guss zubereiten:

  • 85gr brauner Zucker
  • 55gr Butter
  • 60ml Sahne
  • 60gr Puderzucker
  • ½ TL Vanillearoma
  • 1 gehäufter TL grobes Meersalz

Butter und Zucker schmelzen, Vanille, Salz und Sahne hinzugeben, kurz einköcheln lassen (so 5-10 Minuten). Vorsicht – sehr heiß!

Vom Herd nehmen und den Puderzucker unterrühren.

Diesen Guss noch warm auf die noch heißen Cupcakes geben.

Alles abkühlen lassen und nach Belieben dekorieren, z.B. mit weißer Kuvertüre besprenkeln. Oder gehackte Nüsse aufstreuen (vorm Auskühlen natürlich).

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Fazit:

Erster Punkt:

Nehmt unbedingt braunen Zucker. Ohne den funktioniert das mit der Karamellnote nicht.

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Zweiter Punkt:

Verzichtet auf keinen Fall auf den Guss, der ist hier der ausschlaggebende Punkt. Ohne den habt ihr am Ende einfach nur Muffins. Leckere, aber auch ziemlich schnöde, öde, langweilige Muffins. Der Guss muss.

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Dritter Punkt:

Wenn ihr euch an Punkt 1) und Punkt 2) haltet, bekommt ihr sehr feine, saftige, karamellig-sahnig-süße Cupcakes. Die Konsistenz ist halt wie bei Pound Cake auch: feinporig, sandig-saftig, sehr homogen. Der Geschmack – süß, mit einer leicht herben Karamellnote, buttrig-sahnig und sehr mild. Wenn der Geschmack eine Farbe wäre, wäre er golden.

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Leider halten sich die Dinger nicht sehr lange und trocknen schnell aus – länger als zwei Tage würde ich sie nicht (luftdicht) aufbewahren.

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Wer gerne experimentiert, kann übrigens gern noch etwas Zimt oder Muskat oder dergleichen in den Teig geben. Hab ich noch nicht versucht, aber das sollte passen.

Alles in Allem vergebe ich heute drei von fünf Küchenkatzen.

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Und ich wird dann mal mir die Beinchen rasieren, Rouge und Lipgloss auftragen, des Gatten Hausschuhe putzen, mich adrett zurecht machen und voller Vorfreude auf die Ankunft meines Ehemannes warten, so, wie es sich für ein braves Weib gehört.

Und in der Ferne jubelt ein Bravo-Redakteur.

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