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Nuss-Nougat-Rolle


Ich liebe meinen Mann.

Doch, doch. Wirklich. Ich schwör.

Da hab ich mir durchaus ein ganz passables Exemplar der Gattung Mensch, männlich, zugelegt. Kann ich mich nicht beschweren, kein Grund zur Klage.

Okay, das Schnarchen könnte er sich abgewöhnen und vielleicht etwas ordentlicher sein, aber nun gut. Wir sind ja alle nicht perfekt. Dafür bringt er mir dann auch Schokolade mit, wenn ich mal wieder kurz vor der Vernichtung der Menschheit stehe (Man hat mich dazu gezwungen, ehrlich! Ich konnte nicht anders!). Und übernimmt das Staubwischen, was bei mir allergiebedingt zu fiesen Konsequenzen führt. Hatschi.

Und auch sonst, er isst immer brav sein Gemüse, trägt die schweren Sachen beim Einkaufen und ist beim Fernsehen ein wunderbares Kissen. Nee, nee, ich kann mich wirklich nicht beklagen. Ein liebender Ehemann und wundervoller Vater unserer Kinder.

Okay, das letzte war ein Scherz, keine Panik, Mama – ich bring Weihnachten nix mit, was dich „Oma“ nennt.

Einzig an der Kuchenfront, da haben Schatzi und ich doch den einen oder anderen Kampf auszutragen. Der Mann ist aber auch nicht leicht zufriedenzustellen. Das heißt, eigentlich schon, er ist nur einfach nicht so der Kuchenesser. Da kann ich ihm das wunderbarste fünf-Küchenkatzen-Törtchen vor die Nase setzen – und er verspeist es wie ein Dreijähriger seinen Rosenkohl. Muss ja weg. Seufz.

Dementsprechend groß ist meine Freude immer wieder aufs Neue, wenn ich dann doch mal was gebacken kriege, dass dem Herrn tatsächlich ausgesprochen gut schmeckt. Merkt man daran, dass er plötzlich an Amnesie leidet und immer nochmal probieren muss. Es gibt da so eine Sorte Weihnachtskekse, die immer irgendwie still und leise weniger werden. Windbeutel waren auch recht beliebt. Und dieser Tage gab es sehr zur Freude eines verwöhnten Herrn

Nuss-Nougat-Biskuitrolle

Das Rezept für den Teig hab ich hier her, die Füllung ist auf meinem Mist gewachsen.

Zutaten Biskuit:

  • 4 Eigelb
  • 4 EL heißes Wasser
  • 100gr Zucker (Original: 150gr, s. Text)
  • 100gr Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • 100gr gemahlene Haselnüsse
  • 4 Eiweiß
  • 1 Prise Salz

Wir bestücken unser Backblech mit Backpapier und heizen den Ofen auf 180°C vor.

In einer völlig fettfreien Schüssel schlagen wir mit völlig fettfreien Schneebesen des völlig fettfreien Handmixers die Eiweiß mit dem Salz zu völlig fettfreiem Schnee. Ihr merkt schon – es muss alles wirklich völlig fettfrei sein, sonst schneit’s nicht.

Die Eigelbe schlagen wir dann in einer zweiten Schüssel mit dem Wasser und dem Zucker zu einer hellen Creme.

Im Originalrezept heißt es übrigens 150gr Zucker, ich hab aber nur 100gr genommen. Später dazu mehr.

Mehl und Backpulver werden gut vermischt. Die Haselnüsse werden in die Creme gerührt. Mehl dazu sieben und kurz untermischen.

Zum Schluss den Eischnee per Hand vorsichtig unterheben, es sollte ein zarter, luftiger, heller Teig entstehen.

Diesen schön gleichmäßig auf das Backblech streichen und 12 Minuten backen. Nicht länger, sonst wird’s zu trocken und mit Rolle ist nix mehr.

Und jetzt kommt der Moment, wo die Kuh das Wasser lässt:

Diese Biskuitplatte stürzen wir noch heiß auf ein mit Zucker / Puderzucker bestreutes Küchenhandtuch, ziehen das Backpapier ab (vorsichtig) und rollen das Ganze dann mitsamt dem Handtuch auf. Ich geb zu, das klappt nicht immer gleich beim ersten Mal, ich kann euch nur empfehlen – langsam und vorsichtig arbeiten, keine Hektik, keine Panik, ganz ruhig rollen.

Aufgerollt abkühlen lassen.

Schreiten wir zur Füllung:

  • 200 – 400ml Sahne
  • 200 – 400gr Nougat

Das Prozedere ist denkbar einfach: Sahne erhitzen (nicht kochen), Nougat darin schmelzen, abkühlen lassen, mit dem Handrührgerät aufschlagen.

Zur Menge – mit 200gr Nougat reicht es für eine recht dünne Schicht Füllung. Wer gerne mehr Füllung hat, der nimmt dementsprechend mehr Nougat und Sahne, Hauptsache, das Verhältnis beträgt immer 1:1. Wer lustig ist, kann ein ganzes Kilo Nougat in nem Liter Sahne schmelzen, dann verratet mir aber bitte, wie ihr das dann fertiggestellt habt, ja?

Ist der Biskuit ausgekühlt, rollen wir ihn wieder auf, bestreichen ihn mit der Nougatsahne und rollen ihn wieder zurück.

Nach Belieben noch mit einem Guss versehen, fertig.

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Fazit:

Doch, kann man machen.

Sehr nussig, sehr nougatig, sehr zart und leicht. Eine schöne Alternative für Nuss-Nougat-Freunde, denen die klassische Sahnetorte aber zu mächtig ist.

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Der Biskuit ist dabei schön luftig und nicht zu trocken und dröge. Besonders gut kommt die Rolle übrigens, wenn sie einen Tag durchziehen konnte. Dann lässt sie sich auch besser schneiden.

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Zum Zucker – ich fand, dass 100gr Zucker vollkommen ausreichen, Schatzi war der Meinung, n bissl mehr hätt’s ruhig sein dürfen. Kommt halt drauf an, wie süß ihr seid.

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Darüber hinaus ist das Ding eigentlich recht simpel in der Herstellung, nur die Abkühlzeiten braucht’s halt, daher nix, was man mal eben noch schnell machen kann. Auch das Rollen erfordert ein wenig Übung, aber eigentlich hat man den Dreh (haha, Wortspiel) schnell raus. Nur keine Angst haben, das riecht die Rolle und dann klappt gar nix.

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Ein bisschen aufwändig in der Herstellung also, aber hervorragend im Geschmack, wer Nüsse und Nougat mag, wird diese Rolle lieben, daher – viereinhalb von fünf Küchenkatzen.

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