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Lebkuchen, Teil 2


Meeeeeeeensch, das gibt es doch gar nicht!

Dezember, du alte Nase, dich hab ich ja ewig nicht mehr gesehen! Komm rein, komm rein, is kalt draußen… man, wie lange ist denn das jetzt her, n Jahr doch bestimmt, oder? Da hab ich jetzt ja gar nicht mit gerechnet, aber schön, dass du mal vorbeischaust!

Tja, isses mal wieder soweit, wa? Die letzten 31 Tage des Jahres sind über uns herein gebrochen. Ab sofort werden wir uns nicht mehr retten können vor lauter „Noch … Tage bis 2015!“, oder „Wo ist denn nur das letzte Jahr geblieben?“, oder (mein persönlicher Favorit, ich liebe diese Spaßvögel) „Wir sehen uns dann nächstes Jahr!“.

Jetzt wird wieder weihnachtsgefeiert, bis die Schwarte kracht, auf allen Fernseh- und Radiosendern sucht man wieder händeringend den besten/schönsten/tollsten/größten Weihnachtsmarkt Deutschlands, in Boulevardmagazinen wird wieder aufgeräumt mit den größten Weihnachts-Mythen (genau die gleich wie letztes Jahr), und die Prospekte am Samstag sind bald so umfangreich wie die Deutsche Staatsbibliothek.

Nicht falsch verstehen – ich mag Weihnachten. Ich liebe es sogar. So isses ja nicht. Das wollt ich auch gar nicht damit sagen. Aber manche Dinge im Dezember sind doch einfach ein bisschen sehr vorhersagbar (Pssst: Heiligabend ist schon wieder am 24.! Echt jetzt.). Gehört vielleicht dazu, man weiß es nicht. Und irgendwie isses ja auch schön, hat schon fast was von Tradition.

Apropos Tradition: Wir haben hier auch eine, noch recht jung zwar, aber das wird jetzt eiskalt durchgezogen, bis einer weint. Am ersten Adventswochenende wird hier Lebkuchen gebacken, und zwar nicht irgendeiner, sondern der hier:

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Na, kennt ihr noch?

Jenauuuu, dit is der Kollege vom Oktober.

Nach drei Monaten Kampfbubu isser jetzt reif für den Ofen.

Wir holen unseren Sportsfreund also vom Regal (Originalrezept gibt’s übrigens hier) und wickeln ihn aus. Ihr werdet zwei Dinge feststellen:

  • Er ist recht dunkel geworden.
  • Er riecht irgendwie komisch. Nicht verdorben, aber seltsam.

Beides ist völlig okay. Keine Panik. Von Innen sieht unser Teig übrigens so aus:

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Tja, und das muss jetzt nochmal durchgeknetet werden. Ich will euch gleich warnen – das wird kein Spaß. Der Teig ist wirklich sehr, sehr fest, im Ganzen werdet ihr den kaum geknetet bekommen. Am besten Stück für Stück weichklopfen. Oder gleich den werten Gatten bitten.

Extra Mehl solltet ihr eigentlich nicht brauchen beim Ausrollen, der Teig ist schön glatt und geschmeidig und klebt nicht. Allerallerallerhöchstens ein wirklich winzig kleines bisschen Mehl auf die Arbeitsfläche streuen, aber am besten gar nix.

Ausgerollt wird er dann etwa so circa pi mal Daumen 1 cm dick. N bisschen mehr oder weniger ist auch okay.

Ick mach dir platt!

Ick mach dir platt!

Und dann dürft ihr ausstechen. Oder ihr schneidet euch Teile für ein Lebkuchenhaus zurecht. Oder was auch immer. Schön ist auch Baumbehang aus Lebkuchen, das geht mit diesem Rezept auch toll.

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Wer will, bestreicht dann die ausgestochenen Plätzchen noch mit verquirltem Ei oder Kondensmilch und dekoriert mit allem, was der Küchenschrank hergibt:

Rosinen

Kandierten Früchten

Belegkirschen

Mandelstiften

Halbierte Haselnüsse

Und was ihr sonst noch so findet.

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Alternativ könnt ihr euer Gebäck auch nach dem Backen mit Royal Icing verzieren.

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Joa, dann die Lebkuchen bei 180°C (vorgeheizt) 15 – 17 Minuten backen, auskühlen lassen, fertig.

Die Menge reicht übrigens für etwa 5 Bleche.

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Fazit:

Ick hab den Kerl hier noch nie soviel Kekse futtern sehen. Seitdem der Lebkuchen im Haus ist, werden hier abends immer mal wieder kleine Pilgerfahrten vom Sofa zur Keksdose unternommen und anschließend hör ich dann immer so ein „Knurps“ neben mir und der Duft weihnachtlicher Gewürze steigt mir in die Nase.

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Das Zeug ist also guuuuuuuuuut.

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Durch die lange Lagerung ist das Aroma wirklich der Hammer. Irgendwie nach Honig, n bisschen Schokolade, sehr würzig, nur dezent süß, fantastisch. So ne Art Instant-Weihnachtsgefühl.

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Je nachdem, wie lange ihr backt, wird der Lebkuchen dabei weicher oder knuspriger. Sollte er euch zu hart geraten sein, hilft es aber auch, ihn zusammen mit einem Apfelschnitz in eine Dose zu packen und ein, zwei Tage zu warten.

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Zugegeben, der Aufwand ist ein wenig größer, das Kneten geht tierisch in die Arme und die Wartezeit spottet jeder Beschreibung, aber das Ergebnis ist es wert. Ihr werdet nie wieder Lebkuchen kaufen, das versprech ich euch.

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Von daher: Fünf von fünf Küchenkatzen, nen Becher Glühwein und einen wunderschönen Dezember wünsch ich euch Schnuffels!

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