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KW 51: Engelsaugen, Nizzagebäck und Co.


Darf ich euch heute vielleicht mal ein Gedicht präsentieren? So richtig schön unterm Weihnachtsbaum etc.? Ich schwöre sogar bei Gott und dem Heiligen Champagnertrüffel – ich kann dit auswendig, seit der dritten Klasse.

Die Geschichte vom Lametta

(Autor leider unbekannt – wenn jemand ihn kennt, bitte melden)

Weihnachten, das Fest der Feste,
das Fest der Kinder und der Gäste.
Hektisch geht es vorher zu,
von früh bis abends keine Ruh‘,
Ein Hetzen, Kaufen, Backen, Messen;
hat man auch niemanden vergessen?

So ging’s mir, keine Ahnung habend,
vor ein paar Jahren Heilig-Abend,
der zudem noch ein Sonntag war.
Ich saß grad bei der Kinderschar.
Da sprach mein Weib: ,,Tu dich nicht drücken,
du hast heut noch den Baum zu schmücken!«

Ein Einspruch meistens mir nichts nützt,
hab kurz darauf ich schon geschwitzt:
Den Baum auf Zimmermaß gesägt
und in den Ständer eingelegt;
dann kamen Kugeln, Kerzen, Sterne,
Krippenfiguren mit Laterne.
Zum Schluss – ja Herrschaft-Donnerwetta!
Nirgends fand ich das Lametta!

Meiner Frau ward‘ es ganz heiß
und sie sprach: „Jawohl, ich weiß,
voriges Jahr war’s stark verschlissen,
drum haben wir es weggeschmissen.
Vergessen hab ich, neues zu besorgen,
doch werden wir uns nachbarlich was borgen!“
Doch Nachbarn links, rechts, drunter, drüber,
keiner hat Lametta über!
Die Geschäfte sind geschlossen,
beide Eltern schaun verdrossen.

Als Psychologe zu den Knaben
sprach ich: »Wir werden heuer haben
einen Baum, altdeutscher Stil,
weil ,mir Lametta nie gefiel.“
Da gab es Tränen, Schluchzen, Heulen.
Ich tat mich drum sehr schnell beeilen
zu sagen: »Stoppt mir sofort das Gezeta,
ihr kriegt ‘nen Baum mit viel Lametta!

Trotzdem konnte ich nicht begreifen,
woher bekomm ich Silberstreifen?!
Als ich holte grad ein Messer,
las ich: ,Hengstenberg-Mildessa‘.
So stand’s auf Sauerkraut-Konserve.
Ich kombinier‘ mit Messerschärfe:
Hier ist die Lösung eingebettet,
das Weihnachtsfest, das ist gerettet!

Schnell den Deckel aufgedreht,
das Kraut gepresst, so gut es geht,
zum Trocknen einzeln aufgehängt
und dann geföhnt, doch nicht versengt.
Die trockenen Streifen, sehr geblichen,
mit Silberbronze angestrichen.
auf beiden Seiten Silberkleid;
oh freue dich, oh Christenheit!

Der Christbaum strahlt einmalig schön,
wie selten man ihn hat geseh’n.
Zwar roch’s süß-sauer zur Bescherung.
Geruchlich gab’s ne Überquerung,
weil mit Benzin ich wusch die Hände,
mit Nitro reinigte ich Hos‘ und Wände.

Vereint mit Räucherkerz und Myrthe
Gesamt-Odeur etwas verwirrte.
Und jedermann sprach still verwundert:
„Hier riechts nach technischem Jahrhundert!“

Acht Tage drauf: Ich döste fest und fester,
wieder Sonntag und man schrieb Silvester.
Da sprach mein Weib:
,,Es kommen Schulzen, Lehmann, Meier,
heut abend zur Silvesterfeier.

Wir werden leben wie die Fürstel,
ich gebe Sauerkraut und viele Arten Würstel.“
Dann folgt ein Schrei, wobei entsetzt sie schaut,
sie stöhnt: »Am Christbaum hängt das Sauerkraut.
Vergessen hab ich, neues zu besorgen,
doch werden wir uns nachbarlich was borgen.“
Doch Nachbarn links, rechts, drunter, drüber,
Sauerkraut hat keiner über.
Die Geschäfte sind geschlossen,
beide Eltern schaun verdrossen.

Und so ward ich wieder Retter,
Holte vom Baume das Lametta.
Mit Terpentinöl und Bedacht,
hab ich das Silber abgemacht.

Das Kraut dann gründlich durchgewässert,
mit reichlich Essig leicht verbessert;
dazu noch Nelken, Pfeffer, Salz,
Curry, Ingwer, Gänseschmalz

Dann als das Ganze sich erhitzte,
das Kraut, es funkelte und blitzte,
da konnt ich nur nach Oben flehen:
»Lass diesen Kelch vörübergehn!«

Als das Sauerkraut serviert,
ist darin folgendes passiert:
Eine Dame musste niesen.
Man sah aus ihrem Näschen sprießen
tausend winzige Silbersterne.
„Mach es noch mal, ich seh das gerne.“

So rief man ringsum, hocherfreut,
doch sie, sie wusste nicht Bescheid.
Franziska Lehmann sprach zum Franz:
„Dein Goldzahn hat heut Silberglanz!“
So gab’s nach dieser Kraut-Methode,
noch manche nette Episode.

Beim Heimgang sprach ein Gast zu mir,
„Es hat mit gut gefallen hier,
doch wär‘ die Wohnung noch viel netter,
hätt’st Du am Weihnachtsbaum Lametta!“
Ich konnte da gequält nur lächeln
und frische Luft mir noch zufächeln.
Ich sprach und klopfte ihm aufs Jäckchen:
„Gleich morgen kauf ich hundert Päckchen!“

Sandtaler

  • 700gr Mehl
  • 500gr Butter (keine Margarine)
  • 250gr Puderzucker
  • Das Mark einer Vanilleschote

Zutaten für ca. 4 Bleche:

Einfach alles zusammenkippen und zu einem glatten Teig verkneten.

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Tipp: Erstmal alles in eine Schüssel geben und mit dem Mixer so lange bearbeiten, bis ihr eine krümelige Masse habt. Dann auf die Arbeitsfläche schütten und per Hand weiterkneten. So geht’s n bissl einfacher.

Diesen Teig dann im Kühlschrank etwa eine Stunde lang frieren lassen und nicht zu viel davon naschen. Ist schwieriger, als es klingt.

Anschließend den Ofen auf 180°C vorheizen, die Backbleche mit Papier belegen und den Teig so ca. 0,5cm dick ausrollen. Plätzchen nach Belieben ausstechen, aufs Blech legen und ca. 18 Minuten backen. Am besten schonmal nach 15 Minuten nachschauen – wenn die Kekse am Rand so ganz zart braun sind, sind sie fertig. Bitte nicht zu lange backen.

Abkühlen lassen und nach Wunsch dekorieren, z.B. mit Royal Icing oder Kuvertüre.

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Bewertung:

Sehr mürbe, sehr vanillig, sehr lecker.

Wichtig ist hier echt die Qualität der Zutaten: Bitte nur Butter und echte (!!!) Vanille nehmen. Sonst wird das nix. Beachtet ihr diese Kleinigkeit, brauchen die Kekse eigentlich nicht mal ne Deko, dann sind sie auch so schon irre lecker. Irre schlicht und simpel, aber eben auch irre lecker.

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Manchmal braucht’s halt nicht viel für Perfektion. Wir vergeben fünf von fünf Küchenkatzen.

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Nizzagebäck mit Nougat

Zutaten für ca. 5 Bleche:

  • 375gr Butter
  • 150gr Puderzucker
  • 450gr Mehl
  • 120gr Kuvertüre, Vollmilch, geschmolzen
  • 3 Eiweiß

Den Ofen auf 180°C vorheizen und die Backbleche mit Backpapier belegen.

Butter und Puderzucker schaumig rühren, die Eiweiß einzeln hinzufügen (nicht vorher zu Schnee schlagen!). Anschließend die Kuvertüre und zum Schluss das gesiebte Mehl einrühren.

Alles in einen Spritzbeutel mit Sterntülle füllen und kleine Tuffs aufs Blech spritzen. Das geht n bissl in die Arme, daher mein Pro-Tipp: Den Gatten machen lassen. Oder ne Gebäckpresse kaufen.

Die Kekse laufen nicht allzu sehr auseinander, ein kleiner Abstand reicht also.

Dann in den Ofen schieben und ca. 10 Minuten backen.

Auskühlen lassen und dann jeweils zwei Tuffs mit etwas Nutella zusammenkleben.

Tadaa.

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Bewertung:

Mürbe und schokoladig. Der Gatte meint, die Nutella-Füllung brauchen die gar nicht, ich meine: ALLES braucht Nutella. Aber ja, die Kekse an sich sind schon gut, die Füllung ist quasi das Tüpfelchen.

Die Schokoholiker unter uns tauchen die gefüllten Plätzchen übrigens noch in geschmolzene Schokolade…

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Und bis auf den kleinen Kraftaufwand ist unser Nougat-Nizzagebäck auch noch super einfach zu klöppeln, von daher gibt’s auch hier fünf von fünf Küchenkatzen.

P.S.: Und wer so gar keinen Bock auf die Spritzbeutel-Action hat – man kann auch mit den Pfötchen kleine Kugeln formen und gut is.

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Engelsaugen

Zutaten für zwei Bleche:

  • 360gr Mehl
  • 225gr Butter
  • 3 Eigelb (man könnte die übrig gebliebenen vom Nizzagebäck nehmen…)
  • 100gr Puderzucker
  • Mark von 1 Vanilleschote
  • 1 Prise Salz
  • Konfitüre oder Gelee nach Wahl

Aus Mehl, Butter, Eigelb, Puderzucker, Vanille und Salz einen Teig kneten und mindestens 2 Stunden in den Kühlschrank stellen. Das ist wichtig, sonst laufen euch die Dinger im Ofen platt.

Aus dem kalten Teig Kugeln formen und mit einem Kochlöffelstiel Vertiefungen in die Mitte drücken. Anschließend wieder ne Stunde in den Kühlschrank stellen.

Die Konfitüre/das Gelee glatt rühren.

Den Ofen auf 180°C vorheizen.

Die Vertiefungen mit Konfitüre/Gelee füllen und die Kekse ca. 18 Minuten backen.

Auskühlen lassen, eventuell noch mit Puderzucker bestäuben und feddisch.

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Bewertung:

Ein Klassiker. Klassischer geht’s kaum noch.

Aber auch völlig zu recht.

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Wichtig ist hier vor allen Dingen das Kühlen des Teiges – beim ersten Versuch hatte ich darauf verzichtet, und aus meinen hübschen Kugeln sind im Ofen platte Cookies mit Marmeladenklecks in der Mitte geworden. Auch lecker, aber nicht das, was ich wollte.

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Außerdem solltet ihr darauf achten, dass die Kugeln nicht einreißen, wenn ihr die Vertiefung macht, sonst suppt euch die Konfitüre im Ofen raus.

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Davon aber mal abgesehen hab ich hier nix zu meckern, einzig wegen der ständigen Kühlung zieh ich eine halbe Katze ab – viereinhalb von fünf Küchenkatzen.

DIY-Schokobons

Zutaten für ca. 25 Stück:

  • 200gr weiße Kuvertüre
  • 50-100gr Haselnüsse, gehackt
  • 5 gehäufte TL Kaffeeweißer
  • 200gr Vollmilchkuvertüre
  • 25gr Kokosfett

Die Kuvertüre im Wasserbad schmelzen, anschließend die Haselnüsse und den Kaffeeweißer einrühren.

In eine Silikon-Pralinenform gießen und hübsch fest werden lassen.

Die Kuvertüre vorsichtig im Wasserbad schmelzen lassen (nicht zu heiß werden lassen! 35°C ist hier Schicht im Schacht) und das Kokosfett einrühren. Die Pralinen-Rohlinge in die Kuvertüre tauchen und fest werden lassen.

Das wär’s.

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Bewertung:

Das hätte man mir auch vorher sagen können, dass dit so einfach ist.

Okay, ganz wie das Original sind sie nicht, aber so gut wie. Eigentlich sogar besser. Und man kann sogar steuern, wie viele Nüsse man haben möchte. Der Trick scheint hier wirklich der Kaffeeweißer zu sein, etwas, was ich sonst nie nicht nimmer benutze – hier braucht man ihn.

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Besonders für Pralinen-Neulinge eignet sich das Rezept, die größte Schwierigkeit besteht darin, die Vollmilchkuvertüre richtig zu temperieren, will sagen: nicht zu stark zu erhitzen. Wird sie zu heiß, gibt’s beim Abkühlen unschöne Schlieren und Flecken. Schmeckt zwar immer noch lecker, sieht aber nicht so hübsch aus. Also lieber weniger Hitze und länger schmelzen lassen, als kochendes Wasser, damit es möglichst schnell geht.

Dafür gibt’s dann heute mal… vier von fünf Küchenkatzen.

 

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