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Kürbisweißbrot und -schnecken


Wenn der letzte Kürbis zu Mus gekocht ist,

Das letzte Kunstblut getrocknet,

Und die letzte Fledermaus davongeflattert,

Dann wisst ihr, dass Halloween vorbei ist.

Äh, wartet kurz, lasst mich nur eben noch die Gläser mit den Spinnenbeinen verkorken, die kommen nachher wieder in den Keller… so… was? Nein, Annegret, jetzt ist gut… ja, nimm dir noch ein paar Kekse und dann aber ab zurück in den Sarg mit dir…

Hach, Poltergeister… auch nicht mehr das, was sie mal waren.

Jedenfalls – war doch wieder schön, wa? Schade, dass es immer so schnell vorbei ist, aber nun gut. Kann man machen nix.

Hauptsache, ihr habtet alle jut überstanden, keiner wurden vom Werwolf gebissen und niemand liegt im Zuckerkoma.

Und jetzt wird uffjeräumt. Ist ja auch bald Weihnachten.

Befassen wir uns also mit der dringlichsten Post-Halloween-Frage: Wohin mit den Kürbislaternen?

Ich mein, wegschmeißen ist ätzend, ist immerhin ein Nahrungsmittel. Selbst, wenn man sich’s leisten kann – Essen wegwerfen ist bäh-bäh. Macht man nicht.

Deshalb steht unsere Kürbislaterne auch nie lange, ein, zwei Abende darf sie leuchten und dann wird gehäckselt. Und zu Mus gekocht. Und aus diesem Mus machen wir

Kürbisweißbrot

Zutaten für eine Menge Brot o.ä.:

  • 500gr Kürbismus
  • 1000gr Mehl
  • 85gr Butter
  • 1 Würfel Hefe
  • 1 Msp. Salz
  • 1 Ei
  • 20 – 100gr Zucker (s. Text)

Das Kürbismus lassen wir abkühlen / erwärmen es, bis es so in etwa handwarm ist (haltet einfach eure gewaschenen Griffel rein und wenn’s net mehr wehtut, isses okay) und rühren Zucker, Salz und die zerbröckelte Hefe unter.

Anmerkung zum Zucker: Mit 100gr Zucker bekommt ihr – logischerweise – ein eher süßes Brot, mehr eine Art Stuten. Wer das nicht möchte, nimmt einfach nur ein bisschen Zucker, um die Hefe in Gang zu kriegen. Ein bis zwei Esslöffel sollten reichen.

Anschließend stellen wir mit der Hälfte des Mehls (Achtung, Mathegenies – das sind 500gr) einen Vorteig her, den wir eine Stunde (oder auch zwei) an einem warmen Ort gehen lassen.

Wenn sich das Volumen sichtbar vergrößert hat, geben wir die restlichen Zutaten hinzu und kneten einen schönen, glatten Teig. Ich sag’s euch gleich – mein Mixer hat das nicht geschafft. Da hat’s irgendwie die Aufhängung der Knethaken rausgehauen, mal kucken, ob man (also Schatzi) das fixen kann. Nur, dass ihr Bescheid wisst.

Und nur zur Erinnerung: Bei Hefeteig könnt ihr eigentlich gar nicht zuviel oder zu lange kneten.

Diesen hübschen Teigklumpen:

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lassen wir dann erneut eine Stunde gehen (mehr ist auch okay).

Anschließend stellen wir fest, dass unser kleiner Kloß so groß geworden ist, dass wir mit dem daraus herstellbaren Brot die deutsche Bundeswehr über den Winter bringen könnten.

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Wir werfen also kurz einen Blick in unsere Vorräte und beschließen, aus der Hälfte des Teiges Nutella-Pumpkin-Spice-Schnecken zu machen.

Die erste Hälfte des Teiges kommt also in unsere eingefettete Kastenform und darf sich noch ein wenig ausruhen, während die zweite auf dem Küchentisch landet

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und ausgerollt wird.

Auf diese Teigplatte streichen wir unser Nutella (oder einen anderen Schoko-Nuss-Aufstrich) und stäuben Pumpkin Spice drüber.

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Hinweis zum Pumpkin Spice: Ist eigentlich nur Lebkuchengewürz, könnt ihr kaufen oder euch selbst zusammenmischen.

Das Ganze rollen wir dann auf

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und schneiden es in Scheiben, die wir auf ein Backblech (mit Backpapier selbstverfreilich) legen, und abermals 30 bis 60 Minuten gehen lassen.

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Und dann wird gebacken: Bei einer Temperatur von 180°C (vorgeheizt) braucht das Brot ca. 45 Minuten und die Schnecken 20 – 25.

Und fertig.

Fazit:

Wie schon gesagt – das Brot ist eher ein süßer Stuten. Selbst mit wenig Zucker erinnert es immer noch sehr an Sandwichtoast. Und persönlich war es beispielsweise mit Marmelade echt zu süß, nur mit Butter schmeckt es allerding hervorragend. Und toasten kann man es auch sehr gut.

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Der Kürbisgeschmack ist dabei gar nicht sooooooo dominant, wobei es hier auch auf den verwendeten Kürbis ankommt – mit Hokkaido- oder Muskatkürbis wird’s wohl intensiver als mit schnödem Schnitzkürbis. Alles in allem aber trotzdem sehr, sehr lecker.

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Die Kruste ist recht dünn und weich und die Krume schön gleichmäßig und feinporig. Weißbrot halt.

In der süßen Variante kann man unseren Kürbisstuten ganz wunderbar zum herbstlichen Nachmittagskaffee servieren, einfach noch ein bisschen kalte Butter dazu und fertig. Oder man wirft ein paar Rosinen in den Teig.

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In der zuckerarmen Version könnte ich mir milden Käse gut vorstellen oder auch einen milden rohen Schinken.

Die Schnecken… tja, die Schnecken.

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Leider ist der/die/das Nutella beim Backen ein wenig herausgelaufen, was auf dem Blech eine kleine Sauerei, aber ansonsten nicht weiter dramatisch war. Sieht nur ein bisschen komisch aus.

Auch rate ich dazu, die Rolle wirklich, wirklich fest zu wickeln, einige meiner Schnecken haben sich im Ofen nämlich ein wenig auseinandergerollt.

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Geschmacklich sind die Dinger aber gut. Auch hier beim Zucker lieber etwas vorsichtiger sein, sonst wird’s pappsüß, aber Kürbis, Schokolade und Gewürz passen hervorragend zusammen. Ein sehr schöner herbstlicher Nachmittagssnack.

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Einziges Manko: Man muss sie wirklich ofenfrisch essen, am nächsten Tag sind sie schon recht dröge. Kurzes Aufbacken in der Mikrowelle hilft hier aber.

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Fehlt noch die Punktevergabe:

Das Brot bekommt fünf von fünf Küchenkatzen – ein rundum gelungenes Kürbisbrot-Basisrezept, das man einfach haben sollte.

Die Schnecken bekommen drei von fünf Küchenkatzen.

Und jetzt ist das Küchenkätzchen ganz schön müde:

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