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Hirsebrot


Die Geschichte der Hirse ist eine Geschichte voller Missverständnisse.

Als Vogelfutter geschmäht, als Heiliger Gral Birkenstocksandalen-tragender Öko-Freaks mit Jesus-Christus-Gedächtnisfrisur verlacht, fand sie nie so recht Eingang in die Küchen unserer westlichen Industriekultur. Allein das Wort schon. Hirse. Hirrrrrrrrrrrrrrrrrrse. Hüüüürrrrse. Schon ziemlich unsexy. Klingt nicht lecker. Will man nicht essen. Und greift lieber zu Pasta oder Duftreis.

Schade.

Nee, echt.

So schlecht ist das kleinfrüchtige Spelzgetreide aus der Familie der Süßgräser nämlich gar nicht. Süßgras. Klingt doch gleich schon viel besser, wa? Und überhaupt – das Wort Hirse wird abgeleitet vom indogermanischen Wort für Nahrhaftigkeit / Sättigung.

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Ich könnte euch jetzt noch so einiges erzählen zu den verschiedenen Hirsearten (Sorghum oder Millethirsen?), die auf so illustre Namen hören wie Panicum (! At the Disco), Paspalum, Eleusine, Perlhirse, Hiobsträne (um nur ein paar zu nennen), aber ick bin ja nicht eure Biolehrerin.

Stattdessen lieber der Hinweis auf den hohen Mineralstoffgehalt (namentlich Fluor, Schwefel, Phosphor, Magnesium, Kalium), den hohen Gehalt an Silizium, Eisen und Vitamin B6 und das Fehlen von Gluten. Roh sollte man die kleinen Körnchen aber dann vielleicht doch nicht essen – der Blausäuregehalt könnte (ich IMG_3833ch nicht schwieriger, als Nudeln ins Wasser zu schubsen.

 

Soviel also zum Thema Hirse. Und nu wird jebacken.

Hirsebrot

Zutaten:

  • 550ml Wasser
  • 100gr Hirse
  • 500gr Mehl
  • 30gr Hirse
  • 10gr Salz

Zunächst einmal erhitzen wir 300ml Wasser, werfen unsere Hirse hinein und lassen das Ganze etwa 30 Minuten ausquellen.

Salz und Hefe in 250ml Wasser auflösen, zum Mehl geben und alles gemeinsam mit der Hirse zu einem geschmeidigen Teig verkneten.

Ca. 30 Minuten gehen lassen.

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Eine Kastenform wird eingefettet und der Ofen auf 240°C vorgeheizt.

Teig erneut durchkneten, in die Form geben und weitere 30 Minuten gehen lassen.

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20 Minuten bei 240°C backen, dann die Hitze auf 190°C reduzieren und weitere 40 Minuten backen.

In der Form auskühlen lassen.

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Fazit:

Es soll ja Leutz geben, die tatsächlich noch Brot im Laden kaufen. So abgepacktes Zeug.

Keine Ahnung, warum – selber backen ist so einfach.

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Ganz wenig Zutaten, einfache Handgriffe, leckeres Ergebnis. Die Krume ist saftig und die Kruste knusprig, so sollet schließlich auch sein.

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Und der Geschmack ist ebenfalls einwandfrei. Leicht würzig-nussig, aber dennoch dezent genug für allerlei Belag nach Wunsch – von Nutella bis Leberwurst geht hier alles. Am besten ist aber irgendwie dann doch frisch mit lecker Butter einfach so.

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Wer kein ganzes Brot auf einmal schafft, kann die Hälfte auch hervorragend einfrieren, alles kein Problem. Ist vielleicht sogar empfehlenswert, denn immerhin fehlen in diesem Backwerk all die leckeren Konservierungsstoffe und Zusätze, die Supermarkt-Brot auch nach zwei Wochen noch frisch halten.

Dafür ist unser Brot aber gesünder.

Und leckerer.

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Und liebe Berufstätige: Der Teig kann dat auch ab, wenn er den ganzen Tag auf euch warten muss. Legt ihn dann einfach liebevoll in die Form, lasst ihn nochmal gehen, dann backen und tadaa. Lecker Brot zum Abendessen. Geht auch mit Vollzeitjob, glaubt mir einfach mal.

Summa summarum vergebe ich heute mal viereinhalb von fünf Küchenkatzen.

 

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