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Geburtstagstorte Tropico


Dann lasst uns heute doch mal über eine ganz besondere Person sprechen.

Eine Person, die hier gar nicht oft genug gewürdigt wird. Eine Person, die man gar nicht oft genug würdigen kann.

Wie sollte man solch einem Wesen auch gerecht werden?

Allein ihre Schönheit zu beschreiben bedarf es eines Poeten. Und selbst der würde Bände füllen können mit der Schilderung ihres Antlitzes, welches nicht von dieser Welt zu sein scheint.

Und dieser Verstand erst! Scharf wie ein Sushi-Messer, brillant wie die Auslage bei Tiffany’s & Co. und schnell wie Warp 13. Dazu ein sanftes, freundliches und warmes Gemüt, verständnisvoll und hilfsbereit, ein starker Wille und ein zärtliches Herz.

Hach.

Aber genug von mir, was ich eigentlich sagen wollte:

Alles Gute zum Geburtstag, Mama!

Schon wieder ein Jahr rum, sowas aber auch. Und sollte dich heute jemand alt nennen, weißt ja:

Hau ihn mit deinen Krücken und schmeiß ihm dein Gebiss hinterher.

Der bekommt dann auch kein Stück von der

Geburtstagstorte Tropico

Aka. meine neueste Eigenkreation.

Zutaten für eine 26cm-Springform:

  • 6 Eier
  • 180gr Zucker
  • 100gr Mehl
  • 125gr Speisestärke
  • 1 TL Backpulver
  • 1 TL Vanillearoma
  • ½ Cantaloupmelone

Wir legen unsere Springform mit Backpapier aus und heizen den Ofen auf 190°C vor.

Eier trennen und das Eiweiß in einer absolut fettfreien Schüssel mit absolut fettfreien Schneebesen zu sehr steifem Schnee schlagen. Beiseite stellen.

Mehl, Stärke und Backpulver mischen und beiseite stellen.

Eigelb, Zucker und Vanille mindestens 10 Minuten hellcremig aufschlagen. Ja, mit dem Handrührgerät. 10 Minuten. Ich scherze nicht. Jammert net rum, wenn ihr früher aufhört und dann wird der Biskuit nix.

Mehl-Stärke-Mischung sieben und kurz unterrühren.

Anschließend noch den Eischnee per Hand vorsichtig unterheben. Auf keinen Fall mit dem Mixer dabeigehen, Kinners! Niemals nich. Einfach mit schön kreisenden Bewegungen den Schnee unterheben, nicht rühren, nicht schlagen, hier ist ein wenig Geduld gefragt.

In die Form kippen und ca. 30 – 35 Minuten backen. Nicht zu lange, sonst wird er trocken. Macht einfach ne Stäbchenprobe.

Über Nacht auskühlen lassen.

Bis dahin kümmern wir uns um die Füllungen.

Zunächst bauen wir einen Pfirsich-Curd:

  • 300gr Pfirsich, entkernt, in Stücken
  • 150gr Butter (keine Margarine)
  • 300gr Zucker
  • 3 Eier
  • Eventuell Speisestärke (für den Notfall)

Die Pfirsichstücke sehr gut pürieren.

Zusammen mit Butter und Zucker erhitzen, bis der Zucker aufgelöst ist. Die Eier miteinander verschlagen. Erst etwas heiße Pfirsichmasse unterrühren, dann alles wieder in den Topf geben und unter Rühren bei mittlerer Hitze sanft eindicken lassen. Die Suppe darf nicht mehr kochen, sonst gerinnt euch das!

Abkühlen lassen.

Tipp: Diejenigen, die sich hier einfach noch etwas unsicher sind, können unter die heiße Masse auch noch ein wenig Speisestärke (mit Wasser angerührt) geben. Dann ist es zwar kein original Curd mehr, aber das verraten wir keinem.

Die zweite Füllung wäre dann eine Cheesecake-Creme:

  • 200ml Schlagsahne
  • 350gr Frischkäse
  • 400gr Quark
  • 5 EL Zucker
  • 1 TL Vanille
  • 2-3 Päckchen Sahnesteif

Die Sahne mit dem Sahnesteif steif schlagen (toller Satz, wo ist mein Pulitzer-Preis?), Quark, Frischkäse, Vanille und Zucker cremig rühren, die Sahne unterheben (per Hand) und alles über Nacht kalt stellen.

So. Nachdem wir damit dann fertig sind, können wir am nächsten Tag dann die Torte zusammenbauen.

Als erstes: Den Biskuitboden in drei dünne Böden schneiden. Sollte bei der Höhe kein Problem sein.

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Den untersten Boden legen wir auf einen Teller und bestreichen ihn mit Curd. Darauf legen wir dann Cantaloupmelonen-Scheiben (als ob ich die vergessen hätte), und bestreichen das dann wieder mit Curd.

Mit Curd...

Mit Curd…

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… mit Melönchen

Zweiten Boden auflegen.

Das Spiel von grad eben wiederholen wir, nur diesmal mit Cheesecake-Creme statt mit Curd. Also Creme-Melone-Creme.

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Dritten Boden auflegen und alles mit dem Rest Creme einstreichen. Dabei am besten erst eine dünne Schicht auftragen, die Torte im Kühlschrank ne Stunde trocknen lassen und dann nochmal ne dickere Schicht Creme auftragen.

Wieder etwas trocknen lassen, und anschließend noch einen dickflüssigen Guss aus Kokosmilch, Puderzucker und Speisefarbe (hier: pink und gelb = ein hübsch tropisches Papayapink) auf die Mitte der Torte gießen und durch sanftes Schwenken verteilen und an den Seiten herunterlaufen lassen.

Obendrauf noch ein paar Früchte uuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuund fertig.

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Fazit:

Es klingt nach mehr Arbeit, als es eigentlich ist.

Der Biskuit ist recht schnell gemacht, die Creme mal eben zusammengerührt, selbst der Pfirsich-Curd benötigt nicht wirklich viel Zeit. Die meiste Zeit geht hier eigentlich für das Abkühlen drauf.

Wenn man dann noch neben Geduld ein wenig Vorsicht walten lässt beim Teilen des Bodens und beim Einstreichen, sollte eigentlich alles wunderbar klappen.

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Und man steht am Ende mit einer überaus beeindruckenden Torte da.

Der Biskuit ist dabei der absolute Oberknaller. Ich werde nie wieder einen anderen Backen. Halleluja, geht das Ding hoch und vor allen Dingen so schön gerade an der Oberseite. Einfach perfekt für Torten. Schön zart und saftig ist er auch noch, was will man mehr?

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Kleiner Tipp: Für einen Schokobiskuit nur 100gr Stärke nehmen und noch 25gr Kakaopulver hinzufügen.

Die Cheesecake-Creme ist schön frisch, nicht zu süß und passt hervorragend zum Honigaroma der Melone. Man kann die Creme übrigens auch wunderbar mit fettreduzierten Produkten herstellen, dann wird sie sogar noch leichter.

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Einzig der Curd hat mich ein wenig enttäuscht – trotz super reifer Pfirsiche war das Pfirsicharoma kaum zu schmecken. Das nächste Mal dann vielleicht doch lieber wieder auf einen klassischen Lemon-Curd zurückgreifen. Solltet ihr noch Curd übrig behalten – in England isst man den ausgesprochen gerne zu ofenwarmen Scones zum Five o’clock Tea.

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Im Großen und Ganzen aber eine wirklich schöne, pompöse, opulent aussehende Torte, die dabei gar nicht so schwer ist, wie auf den ersten Blick zu vermuten wäre. Biskuit und Creme sind verhältnismäßig leicht (besonders bei fettarmen Zutaten), nur der Curd ist recht butter-und zuckerlastig, ist aber auch nur eine Komponente von vielen. Ändert auch nix daran, dass das hier eine schöne Sommertorte ist, die man auch an warmen Tagen servieren kann (natürlich trotzdem im Kühlschrank aufbewahren, bitte). Passt bei 30°C einfach besser als Buttercreme.

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Und am Ende vergeben wir zu Feier des Tages vier von fünf Küchenkatzen.

Dann mal alles Gute, liebe Mutter, auf deinen…. Ähm… sagen wir…. 33ten… hüstel. Stößchen!

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