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Gebackene Berliner/Pfannkuchen


Folgende Szene:

Nachmittag, innen, Küche. Ein sonniger Tag. Auf dem Küchenstuhl sitzt eine Katze, von draußen hört man leises Vogelzwitschern und das gedämpfte Rauschen des Verkehrs.

Vor mir eine große Schüssel mit Mehl, Zucker, Eiern und Butter. Ich kippe eine Mischung aus lauwarmem Wasser und Hefe hinzu und beginne zu kneten. Nach einer Weile entsteht ein schöner, elastischer, glatter Teigklumpen, den ich wieder zurück in die Schüssel lege. Über die Schüssel kommt ein Küchenhandtuch und die ganze Vorrichtung wird ans Fenster in die Sonne gestellt.

Hefeteig braucht Wärme und Zeit zum Aufgehen.

Ich lasse mir ein Bad ein und versinke für eine halbe Stunde in den Fluten. Anschließend hänge ich Wäsche auf.

Nach etwa einer Stunde nähere ich mich der Küchentür. Der Teig sollte nun genug geruht haben.

Ein merkwürdiges Gluckern dringt aus der Küche. Durch den Türschlitz kommt kein Licht. Misstrauisch lege ich die Hand an die Klinke und drücke sie langsam hinunter. Irgendwas stimmt…

Eine weiche, alles Verschlingende Masse drückt die Tür unnachgiebig auf, Widerstand ist zwecklos. Erbarmungslos quillt der beigefarbene Berg aus dem kleinen Raum hinaus auf den Flur, langsam, aber mit einer Kraft, die keinen Widerspruch duldet. Wie angewurzelt stehe ich vor diesem Massiv und starre, unfähig, mich zu bewegen. Unaufhaltsam fließt der zähe Berg auf mich zu, erreicht meine Fußspitzen, umschlingt meine Füße. Der penetrante Duft von Hefe umfängt mich. Drängt mich gegen die Wand. Es wird dunkel.

Ich wache auf.

Und eins kann ich euch sagen:

Nie wieder Backzeitschriften vorm Einschlafen!

Soviel dazu. Und aus der Küche gibt’s heute

Gebackene Berliner. Krapfen. Pfannkuchen. Kreppel. Etc.

Zutaten für 6 Stück:

  • 250gr Mehl
  • ½ Würfel Hefe, frisch (20gr)
  • 1/1 TL Salz, knapp bemessen
  • 35gr Puderzucker
  • 50gr Butter
  • 50ml Wasser, handwarm
  • 65ml Milch, handwarm
  • 1 Ei
  • Marmelade, Nutella, Pflaumenmus o.ä. nach Wahl

Wir mischen Hefe, Salz und Wasser und lassen das Ganze etwa 2 bis 3 Stunden an einem warmen Ort stehen.

Alle anderen Zutaten, bis auf die Marmelade o.ä., geben wir in eine Schüssel, kippen das Hefewasser dazu und verrühren alles zu einem Teig. Nein, nicht mit den Händen, das klebt ziemlich. Bei mir ging es mit den Schneebesen des Mixers gut, aber auch die Knethaken könnt ihr hier nehmen.

Kein weiteres Mehl hinzufügen! Der Teig muss sehr klebrig sein!

Die Schüssel abdecken und an einem warmen Ort ca. 1 Stunde (oder mehr) gehen lassen.

Anschließend fetten wir ein Maxi-Muffin-Blech (also so eins für 6 große Muffins) und heizen den Ofen auf 180°C vor.

Den Teig aus der Schüssel holen und vorsichtig durch“kneten“. Hier kann ein wenig Mehl hinzugefügt werden, aber wirklich nicht viel. Grad so, dass ihr den Teig anfassen und formen könnt.

In sechs gleich große Portionen teilen und zu dicken, runden Fladen drücken. In die Mitte dieser Fladen einen Teelöffel Füllung geben – ich hatte Pflaumenmus, ihr könnt aber nehmen, was ihr möchtet.

Teig für selbst gemachte Berliner

Vorsichtig zur Kugel formen und guuuuuuuuuuuuut verschließen. Die Kugeln mit der Naht nach unten in die Formen geben, nochmal ne halbe Stunde gehen lassen und dann ca. 20 Minuten backen.

DIY Berliner / Pfannkuchen: Teig und Marmelade

Die noch heißen Muffins mit zerlassener Butter bestreichen und mit Zucker-Zimt-Mischung bestreuen, oder auskühlen lassen und mit einem dicken Zuckerguss überziehen.

Berliner / Pfannkuchen selbst nach Rezept gebacken

Unbedingt frisch essen!

Fazit:

Okay, ich gestehe – dieses Rezept hab ich eigentlich nur gemacht, weil dieser halbe Würfel Hefe und das Pflaumenmus wegmussten. Ich war mir noch nicht einmal sicher, ob es der Quatsch überhaupt in den Blog schafft.

Berliner als Muffin

Und dann hab ich einen von diesen kleinen Rackern probiert.

Gebacker Berliner / Pfannkuchen Innenleben

Halleluja! Verdammt, sind die gut!

Super-weicher Teig, saftig, fluffig, zart, ganz leicht nach Hefe und Butter, nicht zu süß, lecker Füllung – ich zitiere meinen werten Gatten: Schmecken wie die Teile vom Bäcker.

Bild: Gebackene Berliner/Pfannkuchen

Und der Kerl mag normalerweise Hefegebäck eher nicht so.

Dieses hier hat er sogar freiwillig gefuttert.

Und was mir persönlich am besten gefällt? Sie sind nicht frittiert. Ich kann nämlich Fettgebackenes überhaupt nicht ab, das liegt mir noch tagelang im Magen. Da könnt ich genauso gut Pflastersteine knabbern, die haben wenigstens noch Mineralien.

selbst gemachter Berliner von innen

Von daher ist diese Berliner-Pfannkuchen-Krapfen-Schießmichtot-Version auch toll für Leute, die ein bisschen auf ihren Fettkonsum achten möchten, aber eben auch nicht total auf diese Leckerei verzichten wollen. Macht ja auch keinen Spaß.

Nahaufnahme gebackener Berliner Muffin

Ein Hinweis noch: Nehmt bitte wirklich ein Blech für große Muffins, ich hab in einem Anfall geistiger Umnachtung ein normales genommen, dann kommt da sowas bei heraus:

Berliner ohne Fett kann jeder selber machen

Sieht komisch aus, schmeckt aber gut.

Lecker Berliner / Pfannkuchen aus dem eigenen Ofen

Und esst die Teile wirklich frisch, am nächsten Tag sind sie nicht mehr ganz so schön fluffig. Immer noch okay, aber… nee, nur frisch haben sie diesen Ich-hau-mich-aus-den-Socken-Faktor. Reste könnt ihr am nächsten Tag aber auch in der Mikrowelle nochmal schnell auffluffen.

Und wir im Hause Cupcake sind uns einig:

Fünf von fünf Küchenkatzen.

Wie nennt ihr diese Dinger eigentlich? Berliner? Pfannkuchen? Miststücke?

Nichts mehr über vom Pfannkuchen

 

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