Hier sehen wir eine Herde Stollenschafe in ihrer natürlichen Umgebung.
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Butterstollenkonfekt


Von drauß vom Städtchen komm ich her,

Ich muss euch sagen, es regnet sehr!

Allüberall auf den Nasenspitzen

Sah ich kleine Tröpflein sitzen;

Und droben aus dem Himmelstor

Hingen Wolken tief wie nie zuvor.

Und wie ich so strolcht durch den grauen Matsch,

Da dacht ich mir: „Was für ein Quatsch!“

(Frei nach Theodor Fontane)

Is klar, was ich damit sagen will, oder?

Also, um eines mal klar zu stellen: Ich bin weiß Gott nicht von der Weihnachten-ist-nur-dann-Weihnachten-wenn’s-schneit-Fraktion. Klar, Schnee und Frost an Weihnachten sind schon chic, aber ich mag auch dieses graue, regnerisch-stürmische Wetter. Ist mindestens genauso gemütlich.

Aber dat da draußen ist ja wohl n Witz, ja? 12°C und Regen, dazu ne Wolkendecke, die so tief hängt, dass ich mich vorhin fast damit zugedeckt hätte und Wind. Yeee-haw. Ey Petrus, alte Socke – das Wetter ist bäh-bäh! Mach ma n bisschen Winter hier!

Gitz und Göller, Siff und Sotz, das ist das einzige, was mir dazu noch einfällt, aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt. Vielleicht gibt’s ja wenigstens noch n bissl Frost nächste Woche.

Davon mal abgesehen:
ICH HABE FERTIG!

Jawoll!

Geschafft! Aus! Vorbei!

Nie wieder Kekse.

Jedenfalls n paar Wochen nicht.

Ich erkläre die Weihnachtsbäckerei offiziell für beendet. Ab sofort widme ich mich wieder Cupcakes und Kuchen. Wird ja auch mal wieder Zeit, mein Muffinblech schaut mich schon immer ganz waidwund an, wenn ich in die Küche komme.

Aber einen hab ich noch, meinen Klassiker, jedes Jahr aufs Neue:

Butterstollenkonfekt

Zutaten für 3 Bleche:

  • 500gr Mehl
  • 100ml Milch, handwarm
  • 1 Würfel Hefe, frisch
  • 275gr Butter, weich
  • 75gr Zucker
  • 1 Tütchen echten Vanillezucker
  • 1 TL Salz
  • 400gr Rosinen-Orangeat-Zitronat-Mix
  • 100gr gehackte Mandeln nach Wunsch
  • Butter, flüssig
  • Puderzucker

Als Erstes: Es heißt Butterstollen, nicht Margarinestollen. Wer Margarine nimmt, den hau ich persönlich. Das schmeckt furchtbar.

Zweitens: In welchem Verhältnis ihr die Früchte mischt, das sei euch überlassen. Wer mag, kann auch kandierte Kirschen dazutun, Hauptsache, ihr habt am Ende 400gr. Die Mandeln können auch weggelassen werden, ich hatte dieses Jahr irgendwie keine mehr, es geht aber auch ohne.

Außerdem können die Früchte am Tag vorher noch in Rum eingelegt werden, das muss aber nicht. Wenn Kinder mitessen oder man das einfach nicht mag, dann lässt man’s halt.

Wir kippen also das Mehl in die Schüssel und drücken eine Mulde in die Mitte. Milch und Hefe werden gut vermischt, bis die Hefe sich aufgelöst hat und gießen das dann in die Mulde. Mit ein bisschen von dem Mehl verrühren, bis wir einen dicklichen Brei haben, mit Mehl bestäuben und etwa 90 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.

Nun die Früchte, die Butter, den Zucker, das Salz, die Mandeln und die Vanille dazugeben und guuuuuuuuut verkneten. Ja, der Teig ist recht fettig.

Das lassen wir jetzt eine weitere Stunde gehen. Keine Panik, der Teig geht nicht mehr sehr stark auf, das liegt am Fett. Wir haben hier einen so genannten schweren Hefeteig.

Jetzt heizen wir den Ofen auf 180°C vor und bestücken unsere Bleche mit Backpapier.

Von dem Teigklops nehmen wir jetzt kleine Portionen (ca. 25gr das Stück), rollen kleine Kugeln daraus und legen sie aufs Blech. Ihr müsst gar nicht mal soooooo großen Abstand lassen, wie gesagt – der Teig geht nicht so sehr auf.

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Das Ganze wandert dann in den Ofen, und nach ca. 30 Minuten sind die kleinen Biester fertig.

Vorher...

Vorher…

Und jetzt muss es schnell gehen:

Die noch heißen Kugeln mit flüssiger Butter bestreichen und dick mit Puderzucker bestäuben. Stollen-Style halt.

...nachher

…nachher

Komplett auskühlen lassen, bevor ihr sie vom Blech nehmt.

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Fazit:

Es gibt einen Grund, warum ich die Teile jedes Jahr backe:
Sie sind verflucht gut.

Hier sehen wir eine Herde Stollenschafe in ihrer natürlichen Umgebung.

Hier sehen wir eine Herde Stollenschafe in ihrer natürlichen Umgebung.

Klar, Leichtgewichte sind’s net, aber in dem Fall lohnen sich die Kalorien wirklich. Mürb, buttrig, lecker. So muss Stollen schmecken, nicht wie dat dröge Zeuch ausm Discounter.

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Dazu noch nen hausgebrauten Glühwein und das Wetter wird einem pupsegal – es ist Weihnachten.

Unsere Stollenschafe auf der Jagd nach einer Rosine.

Unsere Stollenschafe auf der Jagd nach einer Rosine.

Wer will, kann aus dem Teig natürlich auch einen normalen Stollen backen, in dem Fall übernehme ich aber keine Garantie für die Backzeit, das hab ich nämlich noch nicht ausprobiert. Als Richtwert würde ich aber 60 Minuten angeben. Nicht zu lange, sonst wird er trocken. Wenn der Stollen beim Draufklopfen an der Unterseite hohl klingt, dann sollte er eigentlich fertig sein.

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Lagern kann man das Zeug natürlich hervorragend – Stollen eben. Eignet sich also wunderbar, um Anfang Dezember einfach nen riesen Berg davon zu backen und für den Rest des Monats immer auf spontane Gäste vorbereitet zu sein.

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Und dafür vergebe ich fünf von fünf Küchenkatzen.

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