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Beeren-Streuselkuchen


Kann man sich wieder rauswagen? Ja? Alles wieder sicher? Keine Gefahr mehr?

Okayyyy… ich glaub euch das mal… und komm jetzt aus meinem Bunker raus… vorsichtig… seid ihr euch sicher? Wehe, ihr flunkert!

Herrje, was für ein Wochenende! Habt ihr denn wenigstens alles gut überstanden?

Keiner erblindet? Vaporisiert worden durch böse Mondsonnenstrahlen? Niemand der ewigen Sonnenfinsternis anheimgefallen? Oder von diesen mordsgefährlichen Frühlingsblumen erdolcht worden, die jetzt überall aus dem Boden schießen?

Jessas, Sonnenfinsternis und Frühlingsanfang an einem Wochenende, das ist in meinem Alter schon verdammt stressig, ich sag`s euch. Das könnt ihr mit so einem betagten Mädel wie mir doch nicht mehr machen, ich bin auch nur begrenzt belastbar.

Okay, der Frühlingsanfang war ja noch verhältnismäßig harmlos. Ist zwar pünktlich gleich wieder kälter geworden und gestern hab ich einfach so getan, als wär Ende Oktober, aber so generell war das schon in Ordnung. Kein großer Stress.

Aber Kinners. Ja, ich weiß – so ne Sonnenfinsternis ist was Seltenes. Keine Frage. Sowas ist es auch wert, dass darüber geredet wird. Ist ja auch nicht weiter problematisch.

Aber muss denn da so ein Bohei drum veranstaltet werden? Man hätte meinen können, uns drohe die Apokalypse. Ich fühlte mich gar ins Mittelalter versetzt, als man glaubte, ein Drache verschlänge die Sonne und sei nur durch ordentlich Radau dazu zu bewegen, sie wieder auszuspucken, sonst geht die Welt unter und wir landen alle in der Hölle.

Da wurde ernsthaft überlegt, das Frühstücksei schon am Abend vorher zu kochen, eventuell ne Stunde früher aufzustehen, damit man noch Duschen könne, Laptop-Akkus wurden geladen und gehortet, Kerzen wurden in Kompaniestärke rangekarrt. Schließlich bricht ganz Deutschland zusammen, wenn auf einmal der Solarstrom weg ist.

Und dann diese Brillen. Diese Brillen! Aaaaaaaargh. Da wurde teilweise ernsthaft in Erwägung gezogen, die lieben Kinderchen an diesem Tag nicht in die Schule zu schicken, weil man keine von diesen Teilen mehr erbeuten konnte, und es der eigenen Brut nicht zuzutrauen war, trotz eindringlicher Warnungen („Nicht in die Sonne kucken, Kevin-Marcel, da wirste blind sonst!“) eben nicht in den sich verdunkelnden Himmelskörper zu glotzen. Da lässt man die putzigen Racker (die ganz offensichtlich nicht einmal einfachste Warnungen kapieren, also jede Sekunde Bildung nötig hätten) lieber einen Tag Unterricht verpassen. Am besten noch gleich in den Keller sperren. Sicher ist sicher.

WOLLT IHR MICH EIGENTLICH VERAR$§“§(????

Jesusmariaundjosef.

Da back ich doch lieber. Das beruhigt.

Waldbeerenkuchen mit Zimtstreuseln

Zutaten für eine 26cm-Springform:

  • 100gr Butter
  • 100gr Zucker
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 3 Eier, Raumtemperatur
  • 150gr Mehl
  • ½ Päckchen Backpulver
  • 50gr Weichweizengrieß
  • 125gr Sahnequark
  • 350gr gemischte Waldbeeren*
  • 100gr Butter
  • 100gr Zucker
  • 150gr Mehl
  • 2 TL gemahlener Zimt

Zunächst zu den *Beeren: Ich hatte heute Tiefkühlbeeren, aufgetaut und gründlichst abgetropft. Wenn ihr das auch so macht – die Beeren vorher bitte in Speisestärke wälzen, damit sie nicht auf den Boden sinken und den Kuchen matschig machen. Bei gefrorenen Beeren braucht ihr das nicht, und auch nicht bei frischen. Kann man nämlich alles nehmen. Außerdem kann die Menge bis zu 500gr erhöht werden.

So. Springform mit Backpapier auslegen und den Ofen auf 180°C vorheizen.

Butter, Zucker und Vanille schaumig rühren, dann die Eier einzeln hinzugeben.

Quark und Grieß einrühren.

Mehl und Backpulver mischen, sieben und zügig untermischen.

Den Teig in die Form streichen und mit den Beeren belegen.

Aus Butter, Zucker, Mehl und Zimt Streusel herstellen. Funktioniert am besten mit den Patschehändchen. Diese Streusel dann auf den Beeren verteilen, das Ganze in den Ofen schieben und 30-35 Minuten backen.

Tadaa.

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Fazit:

Joa, kann man mal wieder machen.

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Das ist so ein Kuchen, der mich irgendwie an einen Bauernhof erinnert, an klassische Kaffekränzchen unter alten Apfelbäumen, Kühe und Hühner im Hintergrund, die frischgewaschene Wäsche flattert blütenweiß an der Leine im milden Sommerwind und aus der Ferne hört man die Glocken der Dorfkirche läuten.

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Hachja.

Aber im Ernst – das ist so ein ganz klassischer Sonntagsnachmittags-Kaffeeklatsch-bei-Omma-im-Garten-Kuchen. Und das ist nichts Schlechtes. Im Gegenteil.

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Fangen wir unten an: Der Boden ist weder zu fest und trocken, noch zu zart für die Beeren. Durch den Grieß gibt’s noch so einen ganz subtilen Biss in der Textur, außerdem sorgt er für extra Saftigkeit.

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Die Beeren… sind beerig.

Die Süßen unter euch können die Früchte eventuell noch ein wenig zuckern, das kommt auch immer auf den Reifegrad der Beeren an. Manche sind halt von sich aus schon recht süß, bei anderen muss man nachhelfen. Am besten vorher mal probieren.

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Und die Streusel (die ich eigentlich nur draufgetan hab, weil ich noch so viele von einem anderen Kuchen übrig hatte) passen mit ihrer Knusprigkeit und dem süßen Zimtaroma ganz toll zu der herb-säuerlichen Frische der Beeren.

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Wer mag, serviert Schlagsahne dazu oder eine sehr, sehr dickflüssige, eiskalte Vanillesoße.

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Also: Unkomplizierte Herstellung, super Ergebnis. Wir im Hause Cupcake sind uns einig: Viereinhalb von fünf Küchenkatzen.

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