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Baguette Parisienne


Na, kennt ihr den hier noch?

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Genauuu, unser lieber Freund von gestern, Mister Hefewürfel.

Ich hab für das Weißbrot ja nur die Hälfte gebraucht, und wenn mich eines nervös macht, dann ist das ein angebrochener Würfel Hefe im Kühlschrank.

Außerdem brauchte ich den Platz, um meine Schokolade vorm Hitzetod zu retten. Da zählt jeder Quadratzentimeter.

Mit süßem Hefegebäck steh ich aber noch ein wenig auf dem Kriegsfuß, nachdem ich so schändlich von den Zimtschnecken letztens im Stich gelassen wurde (ja, ich bin nachtragend), und meine Hefewaffeln schmecken nur warm, und seien wir ehrlich – wenn ich könnte, würde ich mich von Eiswürfeln ernähren grad.

Dann eben halt wieder Brot. Kann man ja immer gebrauchen. Und diesmal gibt’s nix hier mit schnell und kurz entschlossen, diesmal machen wir ein schönes, ordentliches, traditionelles

Baguette Parisienne

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Für 1 Laib

Zutaten

–          400gr Weizenmehl, Type 550 ist am besten, 405 geht aber auch

–          320ml Wasser, höchstens handwarm

–          7 – 10gr Salz

–          ¼ Würfel Hefe

Jup, mehr brauchen wir nicht. Und außerdem so leicht zu machen, das kann wirklich jeder. Versprochen.

Baguette Parisienne

Ich hab keine Baguetteform, deswegen is meins halt rund.

Zunächst einmal lösen wir die Hefe in dem Wasser auf, schön gründlich. Das geht am besten, wenn ihr die Hefe ins Wasser bröckelt, umrührt und das dann erstmal stehen lasst für 10 Minuten oder so. Dann nochmal umrühren.

Das Mehl und das Salz vermischen wir gründlich in einer nicht zu kleinen Schüssel. Seid nicht zuuuuu sparsam mit dem Salz, sonst schmeckt’s schnell lasch. Ich persönlich finde eine Salzmenge von 7 – 10gr perfekt.

Jetzt kippen wir das Hefewasser in das Mehl und verrühren alles. Vergesst euern Mixer hier, der hat heut frei. Löffelaction ist angesagt.

Ihr solltet am Ende mit einem ziemlich matschigen, flüssigen Brei dastehen. Selbst, wenn ihr kneten wolltet – is nicht drinkowski, Babydoll, is nicht drin…kowski.

Brotteig

Nein, lecker sieht das noch nicht aus, das kommt aber noch.

Das ist aber völlig in Ordnung so, genau so muss das sein.

Diesen Matsch deckt ihr jetzt mit einem feuchten Handtuch ab und verfrachtet das Ganze in den Kühlschrank (glücklicher Matsch…). Solltet ihr planen, das Brot noch am nächsten Tag zu backen, könnt ihr den Teig auch gefahrlos bei Raumtemperatur stehen lassen.

Und jetzt warten wir mindestens 20 – 24 Stunden.

Jup, ich hab mich nicht vertippt. Länger geht auch, ich hab den Teig auch schon mal fünf Tage im Kühlschrank gehabt. Aber 20 Stunden sind Minimum. Also am besten erstmal über Nacht ruhen lassen bis zum nächsten Morgen.

Brotteig

Hier kann man schön die zähe Konsistenz erkennen… das liegt am vielen Kleber, der sich durch die lange Ruhezeit entwickeln kann.

Dann schüttet ihr die immer noch breiige Masse in eure vorbereitete Form. Form muss sein, denn freischieben ist mit dem Teig nicht möglich. Auch kneten könnt ihr vergessen, ist aber auch nicht nötig. Passt nur auf, dass ihr die Form gut einfettet.

Brotteig

Wie so n fieser Sumpf sieht das aus…

Und dann lasst ihr den Teig weiter ruhen, bis die 20 – 24 Stunden voll sind. Groß an Volumen wird der Teig dann nicht mehr gewonnen haben, aber wenn sich kleine Bläschen an der Oberfläche bilden, dann ist alles gut.

Brotteig

Blubberbläschen im Close-Up.

Wenn es dann soweit ist, heizt den Ofen auf 250°C vor, und dann wird wie folgt gebacken:

5 Minuten bei 250°C

55 Minuten bei 225°C

Und das war’s

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Geil, wa?

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Und kuckt mal, wie schön großporig die Krume ist:

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Natürlich könnt ihr mit den Mehlsorten auch variieren. Ich hab schon Roggenmehl benutzt, Weizenvollkornmehl, Dinkelmehl, Buchweizenmehl… in allen Fällen 1:1 mit Weizenmehl gemischt, aber ihr könnt da ruhig ein bisschen experimentieren. Ich würde nur empfehlen, gerade bei Vollkornmehlen die Hefemenge auf ½ Würfel zu erhöhen, weil diese Mehlsorten eben etwas schwerer sind. Eventuell braucht ihr auch einen Schuss mehr Wasser.

Na, Hunger?

Na, Hunger?

Das Schöne an diesem Rezept und der Grund, warum ich es so liebe und seit Jahren backe, ist die Einfachheit. Man kippt einfach alles zusammen, wartet nen Tag, schiebt es in den Ofen und hat am Ende ein fantastisch schmeckendes Brot, bei dem man genau weiß, was drin ist. Wenn es nämlich eine Vereinigung gibt, der ich noch weniger traue, als der Pharmaindustrie und Anwälten, dann ist es die Lebensmittelindustrie. Aber mit dem Rezept braucht ihr jetzt nie wieder Brot kaufen. Billiger isses also auch noch.

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