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Apple Pie


Soll ich euch mal neidisch machen? Hm? Soll ich?

Wirklich?

Okay, biddeschön:

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Dies, werte Leserschaft, ist der Blick aus meinem Küchenfenster dieser Tage. Lässt sich sehen, was? Das Zeug verfärbt sich so schnell, da kann man quasi zuschauen. Und zwischendurch scheint auch noch die Sonne drauf. Joa, da schaut man doch gern mal hin, hm?

Außerdem bin ich ja nie um eine Ausrede verlegen, weshalb ich schon wieder in der Küche rumhänge („Was? Ich will mir nur den Wein von gegenüber anschauen, Schatz, keine Panik! Neeein, das war kein Ei-Aufschlagen, was du da grad gehört hast… Mixer? Ich hör keinen Mixer…ehrlich, Liebling, du brauchst mehr Schlaf“).

Überhaupt – im Moment herbstelt es hier ja aus allen Rohren. Die Kastanien fallen schneller, als man sie aufheben kann, jeden Tag wird’s bunter in den Baumwipfeln und endlich ist es nicht mehr um zehn Uhr abends noch hell. Außerdem haben wir langsam aber sicher auch wieder vernünftige Temperaturen (kein Mensch braucht mehr als 18°C, wenn ihr mich fragt). Und die Küche quillt über vor Kürbissen, Pflaumen, Birnen, Zwetschen, Äpfeln.

Höchste Zeit, einen Klassiker zu backen:
Apple Pie

Zutaten für eine 26cm-Spring-/Tarteform:

  • 300gr Mehl
  • 1 EL Zucker
  • 1 TL Salz
  • 175gr weiche Butter (keine Margarine!!!!)
  • 6 EL sehr kaltes Wasser
  • 5-6 mittelgroße Äpfel *siehe Rezept
  • 100 – 150gr Zucker, braun
  • 4 EL Speisestärke
  • Zimt und Muskat nach Geschmack

Zunächst ein Wort zur Füllung:

Wie der Name schwer vermuten lässt, handelt es sich bei Apple Pie um einen Kuchen mit Äpfeln. Nun begab es sich aber, dass ich im Besitz einiger Pflaumen war, die sich gefährlich nahe am Verderben bewegten. Leider nicht genug, um einen reinen Pflaumenkuchen zu backen. Also hab ich diesmal bei der Füllung getrickst und Äpfel und Pflaumen gemischt.

Und weil ich schonmal grad dabei war, flogen die restlichen Rosinen und Mandelstifte aus meinem Küchenschrank auch noch mit in die Füllung. Was keine Miete zahlt, muss raus.

Ihr seht also – man kann ruhig kreativ werden hier.

Jetzt zum Kuchen:

Die Form wird vorbereitet (einfetten oder mit Backpapier auslegen) und der Ofen auf 180°C vorgeheizt. Wenn ihr habt, nehmt eine Tarte- oder Pie-Form, dann lässt sich später der Rand besser formen. Ich hatte nur eine Springform, das geht auch, man muss aber ein bisschen frikkeln dann.

Die Zutaten für den Teig (ein klassischer Pâte brisée, oder auch Pie Crust genannt, könnt ihr für alle anderen Pies auch verwenden) landen alle in einer Schüssel und werden so, wie sie sind, zu einem glatten Teig verknetet.

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Das ist am Anfang vielleicht ein wenig bröselig, bitte kein Wasser oder Ei oder sonstwas dazugeben. Das wird schon, keine Sorge. Einfach kneten, kneten, kneten…

Den Teig dann zu einem Fladen formen und abgedeckt in den Kühlschrank geben, wo er mindestens ne Stunde bleiben darf.

In der Zwischenzeit entkernen wir unsere Äpfel und schneiden sie in Stücke. Wer will, darf sie vorher auch schälen, ich mache das grundsätzlich nie.

In eine Schüssel geben und mit dem Zucker, den Gewürzen und der Stärke vermischen. Wie gesagt – man kann auch gut noch Mandeln, Nüsse oder Rosinen dazu geben.

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Nun holen wir den Teig aus dem Kühlschrank, halbieren ihn und rollen eine Hälfte mehr oder weniger rund aus (Dicke ca. ½ cm). Das wird unser Boden, heißt – wir legen ihn in unsere Form und bauen dabei einen ca. 2 – 3cm hohen Rand.

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Darauf kommt jetzt unsere Füllung, die wir dann mit der zweiten Teighälfte abdecken – entweder ebenfalls in Form einer geschlossenen Platte, oder ihr schneidet Streifen und legt sich als Kreuzmuster über das Obst. Geht beides.

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Deckel und Rand so gut es geht zusammendrücken.

Den Pie noch mit verquirltem Ei oder Kondensmilch bestreichen und ca. 60 – 70 Minuten backen. Zwischendurch mal schauen, dass er nicht zu dunkel wird (in dem Fall mit Alufolie abdecken).

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Das war’s.

Noch ein wenig abkühlen lassen (im Ernst, sonst läuft euch die Füllung davon!) und dann weg damit.

Ich hab doch gesagt, wir haben Kastanientiere gebastelt

Ich hab doch gesagt, wir haben Kastanientiere gebastelt

Fazit:

Mmmh. Mmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmh.

So wenig Zutaten, so einfach zu machen – und so gut.

Der Teig muss unbedingt mit Butter gemacht werden, den Unterschied schmeckt man. Und es ist die Investition wert, vertraut mir. Mürbe, buttrig, leicht blätterig, kein bisschen fettig oder durchgeweicht – perfekt. Auch verarbeiten ließ er sich problemlos.

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Und die Füllung… naja, Äpfel, Zimt und brauner Zucker, was kann da schief gehen? Meine Variante mit den Pflaumen ist genauso gut, und die Mandelstifte geben noch so ein wenig Biss zwischendurch. Kann ich also nur empfehlen.

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Die Konsistenz der Füllung ist dabei ebenso perfekt wie die des Bodens – warm noch ein bisschen weich und flüssig, aber abgekühlt dann wunderbar schnittfest. Da läuft und suppt nichts.

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Der schiefe Turm von Pie-sa.

Bei den Gewürzen habt ihr freie Hand: Zimt gehört eigentlich auf jeden Fall mit rein, beliebig zu ergänzen mit Vanille, Muskat, Ingwer, Nelken, Piment…

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Dazu dann noch Schlagsahne und frische, hausgemachte Vanillesoße… ein Träumchen.

Fünf von fünf Küchenkatzen.

Und wenn ich’s mir recht überlege… ich glaub, ich muss mir den Wein nochmal anschauen…

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