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Alt-Wiener Apfelstrudel


Hach herrje, hach herrje, was issn des schon wieder so spät? Und hier is ja noch mal so gar nix vorbereitet, ihr hättet ja auch schon mal anfangen können… Luftballons aufblasen oder Girlanden an die Decke nageln oder die Katzen rot-weiß anmalen.

Wenn man sich nicht um alles selber kümmert, nicht wahr? Wobei – eigentlich muss es heute ja eher heißen: Wenn man sich nicht um alles selbst ann-sophiet.

Ha ha.

Ja, ich weiß, ich hab’s auch gehört. Hey, ich bin im Stress! Immerhin is heute ESC.

Also, kurzes Briefing, liebe Leute, hinsetzen, Klappe halten und uffjemerkt! Nicht, dass mir hier einer heute Abend unvorbereitet ist. Also:

Anzahl der teilnehmenden Länder 2015: 28

Anzahl der teilnehmenden Länder 1956: 7

Häufigster Gewinner: Irland

Häufigster Verlierer: Norwegen

Am häufigsten dabei jewesen: Deutschland mit 59 Mal. Immerhin hier sind wir noch ganz oben.

Weitere Kuriositäten:

Das diesjährige Gastgeberland nahm am ersten ESC gar net teil – die haben die Anmeldefrist verpennt. Hach herrje.

Im nächsten Jahr landeten sie dann auf dem letzten Platz. Der Titel: Wohin, kleines Pony? von Bob Martin. Tut euch das mal bei YouTube an. Danach seid ihr für heute abgehärtet.

Und Peter Urban wird vermutlich auch noch die nächsten 60 Wettbewerbe kommentieren. Der Typ ist eh immer das Beste an der ganzen Chose.

Anyway, zu Ehren unserer Gastgeber servieren wir heute selbstverständlich original

Alt-Wiener Apfelstrudel

Nach einem Chefkoch-Rezept, welches behauptet, aus der Hofbackstube Schönbrunn zu stammen.

Zutaten:

  • 250gr Mehl
  • 2gr Salz
  • 1 Ei
  • 100ml Wasser, handwarm
  • 20ml Öl
  • Öl und Mehl zum Bearbeiten
  • 100gr Semmelbrösel
  • 50gr Butter
  • 140gr Zucker, braun
  • 10gr Zimt (ich hab nur 3gr genommen, reicht völlig)
  • 170gr Rosinen (ich hatte nur noch 80gr)
  • 10gr Zitronensaft (ja, Gramm)
  • 1100gr Äpfel, möglichst saure (bei mir waren es etwas weniger)
  • 1 Schuss Rum
  • Butter, flüssig, zum Bestreichen

Widmen wir uns zunächst den Strudelteig:

Mehl, Salz, Ei, Wasser und Öl verkneten (ich musste ein kleines wenig mehr Mehl hinzufügen), bis sich der Teig schön glatt anfühlt und nicht mehr klebt.

Und jetzt kommt’s: Eine kleine Schüssel, in die der Teig grad so reinpasst, etwa 2cm mit Öl füllen, den Teig hineingeben, mit Öl begießen, bis der Teig bedeckt ist und dann wenigstens eine halbe Stunde darin baden lassen. Bei mir war es sogar ne Stunde, schadet auch nix.

Alt-Wiener Apfelstrudel Teig in Öl

In dere Zwischenzeit die Füllung bereiten:

Äpfel entkernen, auf Wunsch hin schälen und in kleine Stücke schneiden. Mit Zucker, Zimt, Rosinen, Zitronensaft und Rum mischen.

Semmelbrösel in der Butter rösten, aber nicht zu braun werden lassen, zu den Äpfeln geben. Allet jut verrühren und warten.

Semmelbrösel, Zucker und Äpfel für Alt-Wiener Apfelstrudel

Den Teig aus dem Öl nehmen. Er sollte sich jetzt seeeeeeeeeeeeeeeeeeeehr elastisch anfühlen. In Mehl wälzen und dann ausrollen. Angeblich auf einem Küchentuch, aber wie das funktionieren soll, da bin ich noch nicht hintergestiegen. Ich hab ganz klassisch auf dem Tisch gerollt. Also den Teig, nicht mich.

Den Ofen auf 190°C vorheizen

Aber nicht einfach nur ausrollen – am Ende müsst ihr den Teig über eure Handrücken (am besten ne Faust machen) hauchdünn ausziehen. Ja, ich war auch skeptisch. Aber durch das Ölbad ist der Teig super elastisch und lässt sich tatsächlich so dünn ausziehen, dass man durch ihn durch lesen kann. Beweis:

Alt-Wiener Apfelstrudel Teig hauchdünn ausgerollt

Einfach nur schön vorsichtig und langsam arbeiten, das wird schon. Großes Ehrenwort.

Auf diesen Teig dann die Füllung geben und irgendwie zu einem Strudel rollen, wickeln oder sonstwas.

Alt-Wiener Apfelstrudel Füllung selbst gemacht

Diesen Strudel dann seeeeeeeeeeeeeeeehr vorsichtig auf ein Backblech befördern, mit flüssiger Butter bestreichen und ca. 30 – 35 Minuten backen.

Vorm Anschneiden wenigstens eine halbe Stunde auskühlen lassen, nach Belieben mit Puderzucker bestäuben und mit Vanillesoße, -eis oder Schlagsahne servieren.

Alt-Wiener Apfelstrudel einfach gebacken

Servus!

Fazit:

Also, als allererstes:
Ich will einen Elektroofen mit Ober- und Unterhitze!!!!!

Wiener Apfelstrudel mit Puderzucker dekoriert

Sofort!

In meinem Gasofen ist der Strudel nämlich leider total blass geblieben, anstatt so appetitlich goldbraun zu werden. Okay, unter dem Puderzucker sieht man das nicht, aber trotzdem.

Selbst gebackener Alt Wiener Apfelstrudel angeschnitten

Das wäre dann aber auch schon das einzige, was ich hier so groß zu bemängeln hätte.

Ich gebe ja zu, ich stand dem Experiment „Strudel“ eher… zurückhaltend gegenüber, so etwas hatte ich auch noch nie gebacken. Ich war also eine Strudelteig-Jungfrau.

Leckerer selbst gemachter Wiener Apfelstrudel

Aber dieser Teig ließ sich einwandfrei verarbeiten. Im Ernst, ich war völlig entgeistert, dass das so einfach ist. Okay, ich kam mir etwas komisch vor, als ich den Teigklumpen in das Öl legte, aber nun gut. Im Namen der Wissenschaft oder so.

Und es funktioniert! Schlach mich tot, aber der Teig war anschließend sowas von elastisch-gummimäßig, sowas hab ich noch net gehabt in der Küche. Und klar, mit so einem Teig bekommt man das dann auch super hin, den so dünn auszurollen, dass man ne Zeitung dadurch lesen kann.

Noch ein Bild vom dekorierten DIY Apfelstrudel

Die Füllung war mir persönlich etwas zu süß, kann aber auch an den Äpfeln gelegen haben. Achtet darauf, eine echt saure Sorte zu nehmen. Außerdem könnte ich mir auch ein paar gehackte Mandeln in der Füllung gut vorstellen. Keine Ahnung, ob das dann noch Alt-Wien ist, aber was soll’s.

Und ich muss an meiner Wickeltechnik arbeiten, der Strudel sah noch etwas improvisiert aus, aber hey – es war mein erster. Ich lern das noch.

Äpfel müssen sein

Auf jeden Fall gibt es nie wieder fertig gekauften Strudelteig, bei den Füllungen werde ich noch viel experimentieren und als Gesamtnote vergebe ich vier von Fünf Küchenkatzen. Äh, ich mein quatre points go to Apfelstrudel.

Alt-Wiener Apfelstrudel mit Füllung nach dem Backen

Oder so.

Pfiat Gott!

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